Verfasst von: federfee Am: 25. Februar 2012
Skrupellos wirft Herr Wind an diesem nachtschwarzen Morgen mit winzig kleinen Eiskügelchen um sich. Eiskügelchen, so winzig wie die kleinsten Stecknadelköpfe. Nicht schlimm? Nein, schlimm ist dieser Gefühlsausbruch von Herrn Wind nun wirklich nicht. Aber doch so unangenehm.
Ist es schon Regen oder noch Schnee? Oder umgekehrt? Ich weiß es nicht. Vorhin war es jedenfalls Schnee, wie der graumatschig zugedeckte Bürgersteig bezeugt.
Mit gesenktem Kopf und hochgezogenen Schultern lasse ich mich von meinen Füßen zügig zur Bushaltestelle bringen. Unterwegs mischt sich plötzlich ein rumpelndes Grollen zu Herrn Winds minimalen Pfeiftönen. Ist sein alter Kumpane, Herr Donner, etwa auch schon wach? So früh – mittem im Februar? Es ist doch noch stockdunkel!
Wenige Meter später klärt sich auf: Nicht alle huschen hier draußen nur mit dem Ziel, schnellstmöglich ins Warme zu gelangen herum. Die Männer, die volle und anschließend leere Müllcontainer polternd über die Wege zerren, scheinen sich von Herrn Winds Attacken nicht im Geringsten einschüchtern zu lassen. Mit aufrechtem Gang. Schnell und auf die Arbeit konzentriert. So weit ich das aus meinem eingeschränkten Blickwinkel und dem eiligen – nach Wärme strebenden – Schritt erkennen kann, gehören Mütze und Schal nicht gerade zur Standardausrüstung dieser heldengleichen Männer.
Stellvertretend für viele, viele andere Menschen, die sich berufsbedingt täglich den Launen von Herrn Wind und Fräulein Wetter aussetzen müssen, sei an dieser Stelle gesagt – ganz formlos, aber absolut ernst gemeint:
Mein allergrößter Respekt!
Und ein herzliches Dankeschön für eure Arbeit!
Anmerkung: Nachdem mir das an jedem Dauerregentag und Sturmtief auffällt, muss das ja auch mal gesagt werden dürfen
Verfasst von: superachim Am: 22. Februar 2012
Jetzt ist es so weit. *hust* Ich werde von euch gehen und nie wieder kommen.
Ich sterbe, das spüre ich *huströchelhust*.
Mein letztes Mahl – eine karge Scheibe Toast mit Schoko – nehme ich gerade zu mir. Dann wird es wohl nicht mehr lange dauern. 
Von meiner geliebten Pauline *schnief* kann ich leider nur auf wenig Mitgefühl hoffen *husthust*. Unbarmherzig und gefühlskalt moniert sie lieber die Toastkrümel auf meinem Sterbebett *husthuströchel*. Als ob sie die nicht sonst auch immer wegsaugt!
“Achim, hör endlich auf zu jammern! Du wirst nicht sterben – du bist nur erkältet!”
Das ist alles, was sie mir zum Abschied an liebe Worte mit auf den Weg in die Ewigkeit zu sagen hat *schneuz*…
Verfasst von: federfee Am: 20. Februar 2012
Aufbackbrötchen, die den Feueralarm auslösen.
Kaffee, der sich plempernderweise, den Weg vom Küchenschrank zum Fußboden sucht.
Großer Schatzis Weckerklingelton, der zwei Stunden zu früh aber dafür regelmäßig und konsequent einsetzt.
Ein voller Wäscheständer, der geleert werden möchte.
Juniors Faschingsklamotten, die gerne noch Bügeleisenbekanntschaft schließen möchten.
Unentspannter kann ein Montag wohl kaum anfangen. So zwei, drei Stunden vor Sonnenaufgang. Aber wer will schon meckern. Nein, ganz hervorragend ist das eigentlich zu sehen. Jetzt hab ich den Stresspegel schon erreicht, so dass es nur besser oder allenfalls gleich bleiben kann…
Alles wird gut, so lange ist es ja nicht mehr bis zum Wochenende.
Verfasst von: superachim Am: 15. Februar 2012
“Du könntest auch mal was für deine Figur tun,” hat sie gesagt.
Ich weiß gar nicht, wie sie das meint, meine Perle. Ich tu doch ständig was für meine Figur. Pizza. Döner. Pasta. Kuchen… und ich finde, ich habe gute Arbeit geleistet. Mittlerweile habe ich richtig viel Figur, oder etwa nicht? Hab ich ihr auch so gesagt.
Und was macht sie? Statt lobend über mich herzufallen, mustert sie mich mit hochgezogenen Augenbrauen. Mit hochgezogenen Augenbrauen!
Männer, ihr wisst, das heißt nix Gutes. 
Und mein Frauenversteherverstand sollte sich auch dieses Mal nicht täuschen. Leider. Denn plötzlich und ohne Vorankündigung stand sie mit einem Springseil vor mir und meinte, ein bisschen Sport täte mir sicher gut.
Ich weiß nicht, was daran gut sein soll, dermaßen mit einem ollen Seil verschlungen zu sein. Was anderes zum Verschlingen wäre mir deutlich lieber. So – Pizza. Oder Döner. Oder Pasta. Oder Kuchen. Oder…
Sollte ich jemals wieder aus diesem Schlamassel herauskommen, sehen wir uns nächste Woche wieder hier.
Verfasst von: federfee Am: 14. Februar 2012
“Mülleimerspiel !!! Ich sag Taschentuch, was sagt ihr? Los! Ich sag Taschentuch, was sagt ihr???”
Schneller hab ich zehnjährige Jungs wohl noch nie einen Platz in U- und S-Bahn in Beschlag nehmen sehen. Das von großem Schatz ins Leben gerufene “Mülleimer-Spiel” beginnt sich gerade auch familienextern zu etablieren.
Der erste Kumpel von Junior ist schon nach der allerersten Runde der größte Fan und nur mit Nachdruck davon zu überzeugen, dass andere Fahrgäste keinesfalls dazu genötigt werden dürfen, die bei ihnen (und damit nicht bei uns) befindlichen Klappbehälter für vier spielverrückte Zeitgenossen zur Verfügung zu stellen. Auch nicht-klappbare Exemplare wie sie unter dem allgemeinen Namen “Mülleimer” überall außerhalb der U- und S-Bahnen zu finden sind, gelten als unzulässig.
hier nochmal die Regeln in aller Kürze:
- mindestens zwei Spieler versammeln sich erwartungsvoll vor einem noch verschlossenen Müllbehälter (wie erwähnt, die klappbaren sind am geeignetesten)
- jeder gibt einen Tipp ab, was sich darin befinden könnte – Mehrfach- und Doppelnennung zählt nicht
- Behälter öffnen, hineinschauen und im Falle des Richtigratens sich über Rundensieg freuen
Achtung: eigenmächtiges Herumstochern im Weggeworfenen anderer Leute ist unzulässig – ebenso das vorherige Befüllen des Sammelobjekts