Archiv für den Monat Juli 2009

Gibts in VW, BMW und Mercedes

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Dialog Mann – Frau.

Es geht um Autos.

Frau: “Weißt du, welches Auto ich absolut super finde? Den Q2″

Mann: “Q2??? So einen gibts nicht!”

Frau: “Du weißt schon. So jeepmäßig, groß. Den, für den Claudia Klum äähh Heidi Klum (war wirklich nur ein Versprecher!) und Seal Werbung gemacht haben. Zumindest so die Art. Am besten in schwarz, anthrazit oder weiß. Den gibts auch in VW, BMW und Mercedes. Weißt schon, welchen ich meine.”

Mann: “Ach deeeen. Ja, ich weiß. Ich glaub das ist der X3 von Audi… Q2!” (kopfschüttelnd macht er mit seinem breitem Grinsen einem Breitmaulfrosch gehörige Konkurrenz)

Welch ein Beweis, wie unterschiedlich sich Mann und Frau ausdrücken, wenn sie von der gleichen Sache sprechen. Aber wer hat nur behauptet, beide Geschlechter würden sich deswegen nicht verstehen???

Zusatz: ein paar Klicks im weltweiten Bildernetzwerk haben bewiesen, dass Frau gar nicht so verkehrt lag und Mann auch nicht: es gibt zwar weder einen Audi X3 noch einen Q2, der auf diese Beschreibung passt. Doch die Modelle BMW X3 und Audi Q3 sind genau die Vierräder, die Bestandteil des Gesprächs waren… also ein klares Unentschieden im Geschlechterduell-Fach Autokunde. Wer hätte das gedacht?

Gedankenfänger-Kind

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Messerstecherei. Blut. Mord. Leiche.

Eine ganz normale TV-Serien-Vorschau am späten Nachmittag. Während Mama schockiert sofort an traumatische Folgeschäden bei ihrem siebenjährigen Nachwuchs denkt, beruhigt ihn dieser (ohne auch nur einen Blickkontakt zuvor und währenddessen!): “Keine Angst, davon bekomm ich keinen Albtraum!”

Okaaay… Dann ist ja diese Angst in mir gebändigt. Aber vielmehr muss ich mich jetzt sorgen über seine gedankenleserischen Fähigkeiten…

Das Leben ist eine Schnitzeljagd

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Mama und Sohn beim Frühstück. Es geht um Piraten. Früher und heute. Und wo liegt das Horn von Afrika?, interessiert sich Junior für den Hauptgeschäftssitz der modernen Piraten. Ein Blick ins Lexikon soll noch mehr verraten.

Aber was verrät es über Piraten?

Piraten -> Seeräuber

ok, ich blätter einige Seiten weiter. Seeräuber gibts nicht. Aber Seeräuberei.

Seeräuberei -> Piraterie

also, alle vorgeblätterten Seiten wieder zurück. Piraterie, direkt unter Piratensender zu finden.

Piraterie (Seeräuberei): gewaltsames Vorgehen gegen Schiffe oder Personen auf offener See, strafbar

schön. zwar nix über Piraten selbst, aber macht nix. Hat Mama schon vorher lexikonfrei erklärt, wollte ja nur mal sehen, ob es dort noch den einen oder anderen Zusatzhinweis gibt…

Aber da war wohl ein Scherzkeks am Werke. Fordert den Leser also zur Schnitzeljagd im Lexikon auf. Jetzt weiß ich auch, warum es heißt, das ganze Leben ist ein (Würfel-)Spiel… oder eben eine Schnitzeljagd.

Gute Idee fürs allgemeine Familienleben.

Wenn mich mein Herzallerliebster heute Abend fragt, was wir Schönes machen wollen, werde ich ganz lässig eine Kopfbewegung Richtung Schuhregal machen. Dort findet er unsere zum Joggen bereiten Sportschuhe vor, die wiederum zum Regenschirm zeigen. Daraufhin wird er den Laptop anschmeißen, um sich nach der Wettervorhersage zu erkundigen. Diese prophezeit wechselhafte Witterung. Ein Blick aus dem Fenster verrät anschließend mehr über Petrus aktuelle Stimmung. Er sieht nach draußen und stellt fest, die Sonne scheint gerade. Wir können joggen gehen. Dann fällt ihm jedoch ein, dass wir zwar gerne Sport treiben, aber nicht wirklich gerne joggen…

Und unsere Sportschuhe gerade so schön hallen-sauber sind… wäre ja schade, wenn sie beim nächsten Sportcenter-Besuch keinen Einlass bekämen…

Dann werfe ich wohl doch lieber einen schmachtenden Blick vom Balkon hinüber zum grünen Park. Er versteht, dass damit ein gemeinsamer Spaziergang am See gemeint ist. Beim Schuhe-Anziehen klimper ich zufällig mit etwas Kleingeld, wobei er auf die Idee kommt, vorher noch eine Flasche Wein zu kaufen. Mit dieser setzen wir uns draußen auf den Steg am See und genießen den Abend. Und frösteln. -  Da hatte ich doch glatt vergessen, einen Hinweis auf die bevorstehende Temperatur-Veränderung zu geben…

Das Leben ist also eine Schnitzeljagd, gespickt mit tausend Hinweisen und versteckten Anweisungen. Das Dumme ist nur, dass die Männerschaft bis heute die Spielregeln nicht beherrscht… mangels Interesse am Durchlesen. Dabei ist das “Wie-tickt-eine-Frau-Handbuch” doch nur gerade mal 2.000 Seiten dick. Zumindest die Grundversion.

Bleibt mir also nix anderes übrig, als ihm heute Abend zu sagen “Schatz, lass uns nochmal rausgehen.”

Denn frau hat sich die zehn Seiten “Wie-handhabe-ich-einen-Mann” genau durchgelesen. Erste Lektion: “Sagen Sie in kurzen und klaren Sätzen, was sie wollen!”

lesen und verstehen

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Dake fua di tole Zait

was ein Siebenjähriger eben so ins Gästebuch eines Kindermuseums schreibt, nachdem er dort drei Stunden gespielt, experimentiert und gestaunt hat… Schreiben nach Hören wird den Erstklässlern in der Schule ausdrücklich nahegelegt

Ausflugstipp: Hubertus Wald Kinderreich im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe -> absolut erlebnisreich

Böses Schneewittchen

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Heute Nachmittag, so ziemlich genau 16 Uhr. Ich bin in relativer Eile. Will Junior vom Hort abholen, wobei ich entgegen anderslautender, schriftlicher Informationen von der Kita-Hauptstelle zur Außenstelle einige hundert Meter weiter geschickt werde. Dauert länger, aber der Zeitpuffer fängt das schon auf. Der Weg dorthin mit dem Auto: kurvig, uneinsichtig und aufgrund einer komplett zugeparkten Straßenhälfte äußerst schmal. Nicht schlimm.

Bis es denn passiert. Es passiert übrigens immer, wenn es mangels Zeit nicht passieren sollte:

Rechts von mir die parkende Auto-Karawane. In Sichtweise ein entgegenkommendes größeres Auto. Keine Chance, meinen Wagen irgendwie in eine Lücke zu stopfen, um meiner “Ich-muss-Platz-machen-Pflicht” ordnungsgemäß nachzukommen. Das andere Auto bleibt einige Meter vor mir stehen. Und steht. Und steht… Was tun?

a) Es kostet mich lediglich einen Fingerschnipp und mein Auto hat das andere Gefährt sofort übersprungen

b) Fröhlich pfeifend steige ich aus meinem Wagen, fasse mit beiden Händen unters Auto und stelle es kurzerhand auf das Dach eines der am Straßenrand parkenden Vierräder

c) Mit grimmig genervtem Blick und eindeutiger Handbewegung weise ich meinen immer noch regungslosen (leider weiblichen) Gegenüber auf den leeren Gehweg sowie den äußerst flachen Bordstein zu seiner bzw. ihrer Rechten hin

Nun ja, ich denke, es kam sehr überraschend für die Autofahrerin, dass ich mich so spontan für Antwort c) entschied statt b) zu wählen. Aber das hätte ihr auch gleich einleuchten müssen. Immerhin wurde mir gestern eine optische Ähnlichkeit mit Schneewittchen nachgesagt. Wie könnte ich da denn plötzlich die Pippi Langstrumpf raushängen lassen? (Nein, so freundlich wie Schneewittchen immer tut, ist sie gar nicht – hat sie von der bösen Stiefmutter)

So sehr ich Auto fahrende Frauen gegenüber männlichen Zeitgenossen (insbesondere meinem eigenen Schatz) verteidige, in diesem Fall war es sehr, sehr hilfreich, dass ein Mann bei ihr mit im Auto saß. So konnte er mit ausfallenden Gesten für seine Chaufferin wiederholen, was ich ohnehin schon eindringlich befohlen empfohlen habe…