Archiv für den Monat Mai 2010

Projekt 52: #21 Reise in die Zukunft

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“Mann, war DAS anstrengend. Wie ihr hoffentlich mitbekommen habt, ist seit meinem letzten Fotobeitrag auf dieser Seite nicht nur eine halbe, sondern mittlerweile schon eine doppelte Ewigkeit vergangen!!! Wo ich war? Nun ja, da Fräulein Federfee mir in den letzten Wochen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat – angeblich hatte sie Wichtigeres zu tun (was bitteschön ist denn wichtiger als ich???) – habe ich mich kurzerhand für eine kleine Weltreise angemeldet… Und nun reise ich mit meinem Mini-Köfferchen direkt in die Zukunft, welche für mich regelmäßige Fotoshootings fürs Projekt 52 vorsieht. Aus mir wird noch etwas ganz Großes, sagt jedenfalls die Wahrsagerin aus der Glotze. Und DIE wirds ja wohl wissen…”

“aber es ist schneeweiß”

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Es ist ja nun nicht so, dass unverschiebbare Shoppingtouren mit dem müden Nachwuchs mitten in der Woche, nach der Arbeit, zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören. Wenn dann auch noch im Viertel-Stunden-Takt das Handy klingelt – mit immer demselben vertrauten Gesprächspartner…

Den Platz 1 der geschätzten fünf Telefonate an diesem Frühabend belegt mein Schatz dabei mit folgendem Gesprächsinhalt:

er: “Du Schatz, ich hab hier ein schneeweißes Kätzchen gefunden. Das ist ganz alleine. Sollen wir das erstmal mit zu uns nehmen?”

ich: “Warum? Es hat sicher einen Besitzer, vielleicht ist es krank. Ach ja, vielleicht hat unsere divenhafte Katze ja auch etwas dagegen, einen weiteren Vierbeiner in ihr Hoheitsgebiet aufzunehmen.”

er: “Aber es ist schneeweiß!”

DAS ist natürlich ein Argument, das ich so vorher nicht bedacht habe!

Wie konnte ich nur vergessen:
Schneeweiße Kätzchen haben keine ansteckenden Krankheiten – und falls doch würden sie sie aus lauter Dankbarkeit gegenüber ihren selbstlosen Rettern für sich behalten.

Schneeweiße Kätzchen verstehen sich auf Anhieb mit anderen Artgenossen. Selbst wenn ihre neue Schnurrbartträger-Freundin dafür bekannt ist, lieber Einzelgängerin zu sein.

Schneeweiße Kätzchen würden – trotz ihrer geringeren Lebens- und damit verbundenen Lehr-Erfahrung – niemals die Wohnung auf den Kopf stellen, während die tierlieben Notfallmenschen auf der Suche nach dem eigentlichen Dosenöffner sind.

Die Themen Stubenrein, Futterneid und Umgänglichkeit werde ich an dieser Stelle mal unkommentiert lassen.

Wäre das schneeweiße Kätzchen an dem Tag nicht doch noch seinen eigenen Weg gegangen, ich wüsste einen Ort, an dem es äußerst erwünscht ist. In meiner Zeit als Artikelschreiberin bei einer Tageszeitung durfte ich selbst mithören, wie eine Gegnerin einer geplanten Schweinemastanlage mit voller Überzeugung durchs Megafon verkündete:

“Wir wollen keine 97.000 Schweine – Wir wollen lieber 97.000 Kätzchen!”

Es sei dazu gesagt, dass es sich dabei um ein 270-Seelen-Dorf handelte und sollte die Forderung erfüllt werden, jeder Einwohner (vom Kleinkind bis zum Senior) 359 Kätzchen zu beherbergen bereit ist. Dort wäre sicher noch Platz für ein kleines, süßes Kätzchen. Ist es doch schließlich schneeweiß.

herein spaziert…

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Die, die nicht das erste Mal auf meiner Seite sind, werden wahrscheinlich sofort ihre Augen ungläubig aufreißen.

Ja, ich habe meinen Blog tapeziert. Sieht alles ganz, ganz anders aus als vorher – noch nicht perfekt… aber das wird noch. Bin ich mir sicher.

Wie die Männer so der Tee

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Es ist schon eine ziemliche Weile her, dass mir ein umfassendes Sortiment an wohlschmeckendem Yogi-Tee geschenkt wurde. Im Gedächtnis geblieben ist mir jedoch nur eine Sorte: “Men’s Tea” – auf der anderen Seite auch für alle verständlich mit “Männer Tee” beschriftet. Hatte ich von all den anderen verheißungsvollen Sorten (keine Ahnung wie sie alle hießen) so um die drei bis zehn Einzelbeutelchen, war vom Männertee nur ein einziger zu finden.

Nein, den kann ich beim besten Willen nicht trinken. Soll mein Herzeroberer diese seltene Trockenmischung aufgebrüht genießen und mir berichten. So mein Wille vor mindestens einem halben Jahr!

Nach Monaten der Einsamkeit erlöste ich schließlich den armen kleinen Teebeutel aus seiner Isolation in unserem Tee-Regal. Was genau in der 2-Gramm-Mischung drin ist, verrät die leicht orangefarbene Mini-Verpackung mit dunkellila Bergen darauf leider nicht. Nur soviel: “Kräuter- und Gewürzmischung – kein Schwarztee”. Kein Schwarztee also, passt. Den mag ich ohnehin nicht.

Vorsichtig versucht meine Nase zu erahnen, was wenig später auf meine Geschmackszellen zukommen wird. Noch ist nix zu spät, der Beutel hängt noch nicht im kochendheißen Wasser. Riecht aber schon jetzt irgendwie anders als sämtliche mir bekannte Teesorten. Langweilig triffts wohl am besten. Keine gute Voraussetzung für ein Kräutergemisch mit diesem verheißungsvollen Namen!

Oh, was passiert denn jetzt? Tee und Wasser beginnen eine Einheit zu bilden. Man hört natürlich nix, riecht aber umso mehr – nach Schokoladen-Tee. Jeder, der schon mal voller Erwartung das erste Mal Schokoladen-Tee getrunken hat, weiß, dass jenes Getränk absolut überhaupt nicht nach Schokolade schmeckt.

Ich ziehe meine ersten nächsten Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Tee-Namen und der Männerschaft.
Macht also einen guten Eindruck auf die Nase – was ja auch frisch geduschte und mit Aftershave versehene Herren zu tun vermögen. Nur wenn Schokoladentee gut duftet, einen tollen Namen hat, nur leider weder Duft noch Namen alle Ehre macht – tja, den Rest brauche ich hier wohl nicht zu erwähnen…

Farblich zeigt sich der Tee ebenso wenig kreativ wie viele – sicher nicht alle – männlichen Wesen: schlichtes dunkelbraun. Okay, okay verglichen mit edlen Nussbaummöbeln nicht die schlechteste Farbe.

Um vier bis sechs Minuten Geduld wird der  Teetrinker gebeten. Klar, auch einem Mann sollte man nicht sofort nach dem ersten Date auf die Pelle rücken.

Endlich ist es soweit: Der Geschmackstest steht an! Und… wenn frau mehr oder minder erwartungsfrei zur Tasse greift, ist sie umso überraschter. Angenehm mild, sehr aromatisch. Hmm. Ja doch, sogar empfehlenswert.

Schmeckt ähnlich wie Schokotee – wie schon erwähnt ganz ohne Schokoladengeschmack.

Ich bin begeistert. Schließlich liebe ich Männer, die mich positiv überraschen. Und das tut der Tee auch. Nach etwa zehn Minuten verspüre ich plötzlich einen scharfen Nachgeschmack im Rachen… Oh, damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Als hätte jemand einen Tropfen Tabasco hineingeschüttet… Da mir vor ein paar Jahren selbst Obstsalat mit Tabasco und Pfeffer serviert wurde, bin ich weniger geschockt, sondern vielmehr richtig richtig begeistert.

Fazit: Gefällt der Nase, wenngleich das Auge zunächst etwas skeptisch ist. Geschmacklich von mildem Wohlgefühl bis zur perfekten Schärfe. Was will frau mehr?

Wie die Männer so der Tee