Archiv für den Monat Juli 2010

vorausgesetzt, so-tun-als-ob zählt als Tätigkeit

Standard

Ganz gewöhnliche abendliche Familienszene:

Mann bastelt am Computer. Oder surft im Internet. Oder ein Mix aus beidem. Sowas eben.
Kind besetzt seit fast einer Stunde das Badezimmer, um sich aufs Schlafengehen vorzubereiten.
Federfee beginnt gerade einen Fernsehbeitrag über die Multitasking-(Un)Fähigkeit der Männer interessant zu finden. Zu neuesten Erkenntnissen sollen die Zuschauer in den nächsten Minuten gelangen.

Plötzlich springt die Badezimmertür auf und mit ihr ein Shampoo-duftender Sohn ins Wohnzimmer hinein, der von seiner Mama ins Bett geleitet werden möchte. Na gut, mein Göttergatte in spe kann ja für mich einspringen – und sich den Fernsehbeitrag anhören. Ansehen will ich jetzt nicht unbedingt verlangen. Zuhören reicht.

Kurz und knapp in seine wichtige Aufgabe eingewiesen, verspricht er mir zufriedenstellende Erfüllung eben dieser.
“Ich bin gleich wieder da – und dann frag ich nach!”, mahne ich zur Aufmerksamkeit. Schnell bestätigt er mir die Auftragsannahme erneut. Alles klar.

Fünf Minuten später.
Kind klappt seine Augen ausnahmsweise ohne vorgelesene Geschichte zu. Fernsehbeitrag ist zu Ende. Mann sitzt vor Computer.
“Uuund?”, frage ich, gespannt auf die neuesten Erkenntnisse.
“Was und?”, entgegnet Mann mir mit absolut überzeugender Ahnungslosigkeit. Mir schwant Übles.
“Was haben sie gesagt?”
“Wie was haben sie gesagt?”
Kurze Erinnerung meinerseits an die ihm gestellte Aufgabe – vor gerade mal fünf Minuten.
“Tschuldigung, ich hab gar nicht hingehört.”

Die versprochenen fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse habe ich zwar nicht mehr erfahren, aber meine eigene – ungeplante – Studie beweist durchaus:

Männer sind multitasking-fähig!

Wie sonst könnten sie es schaffen, während sie sich hochkonzentriert ihrem Hobby widmen, ihrer Liebsten überzeugend zu verstehen geben, sofort eine andere bzw. weitere Aufgabe zu erfüllen. Und binnen marginalen Zeitverstreichens sämtliche erhaltene Informationen dazu nebst die Erfüllung der Aufgabe selbst erfolgreich aus dem Gedächtnis zu verbannen. Alles, während sie sich ihrem Hobby widmen, wohlgemerkt!

Also, liebe Frauen, es ist nicht aussichtslos. Das Potenzial ist definitiv gegeben. Es braucht nur noch die richtige Taktik, um unseren Wünschen gerecht zu werden… Anregungen dürfen an dieser Stelle gerne angebracht werden