Archiv für den Monat Februar 2011

Höchststrafe für den Erstplatzierten

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Sie haben es echt nicht leicht.
Nicht so lange es noch mehr Handys wie meines gibt.

Mit A… beginnend belegt der Namensträger den ersten Platz in meinem Handy-Telefonbuch. Dass ihm das durchaus zum Verhängnis werden könnte, merkte er spätestens als mein kleines weißes, unschuldig aussehendes Mobiltelefon meinte, mangels Tastensperre ihm mal eben 10 SMS am Stück schicken zu müssen.
Alle gleichlautend. Alle nicht für ihn bestimmt. Er ist nun mal der Erste im Telefonbuch.

Erklären konnte ich es ihm leider nicht – fortan war sein Handy dauerhaft ausgeschaltet…

Ich hoffe, er hatte es auch heute früh außer Betrieb.
Heute früh um 3.55 Uhr, als ich statt den Handy-Wecker auszustellen, versehentlich jemanden angewählt habe. Nein, nicht irgendjemanden. Nur eben den Erstplatzierten aus der Telefonliste…

Wie wär’s mit der Indianermethode?

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Bitte, liebe Ich-erzähl-in-der-Bahn-jedem-mein-Leben-und-tu-dabei-so-als-würde-ich-telefonieren-Leute,

stellt die Lautstärke eures für alle anderen unhörbaren Gesprächspartners auf Maximum. Erst dann macht das Zwangslauschen richtig Spaß.
Ein, zwei Überall-und-immer-Telefonierer haben es die Tage schon mal demonstriert. Ohne Aufforderung, übrigens.

Und tatsächlich – selbst mit drei Metern Abstand ist jedes Wort aus der Funkleitung verständlich!

Nun weiß ich endlich, dass IHR Vater nicht nur total abdreht, sondern in diesem Moment mit seinem neuen Dienstwagen der eigenen Ehefrau nachstellt. Stadtteil? Straße? Na klar, weiß ich das auch. Handy und Telefonierer waren ja laut genug eingestellt. Oder war das etwa lediglich die normale Sprechlautstärke?

Oder wäre es nicht viel fortschrittlicher, wir würden zur Telepathie zurückkehren? Der stillen Kommunikation, der sich (angeblich) schon die Indianer bedient haben?!?

Welch kuriose Vorstellung, sich gedanklich zu “verwählen” und gleich seine ganzen Gedanken und Gefühle demjenigen auszuschütten…und was ist mit dem, der die Informationsflut per Telepathie gar ablehnen möchte? Gibts da eigentlich auch eine Auflegtaste?

Zack die Bohne – es geht nicht ohne

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“Ey, Alder, checkst du Mann!”

“Voll krass, ey”

“Gehst du Wüste, Alder”

“Zack die Bohne!”

 

Bis heute war ich der Meinung, Theater sei unabkömmliche Intelligenznahrung für Kinder. Wichtig und so. Sicher, man muss schon mit der Zeit gehen. Realistisch sein. Anreize schaffen. Das verstehe ich schon. Auch, dass wir es mit einer lebendigen Sprachkultur zu tun haben. Eine, die sich ständig entwickelt. Wohin? Unwichtig. Hauptsache nicht tot, kein Stillstand.

Doch irgendwie sorgt es mich schon sehr, wenn im Theaterstück “Der kleine Muck” die Hauptperson von einem Kater mit perfektem “Dönner-Akzent” zum Checken aufgefordert wird. Und selbst der Sultan seiner Freude mit “Zack, die Bohne” Ausdruck verleiht…

Ich sehe es schon vor mir – in fünfzig Jahren wird im Duden stehen:

“Sätze, ganze – vor langer Zeit regelmäßig gebraucht; mangels Zeit und Interesse im 21. Jahrhundert erfolgreich abgeschafft”

Zauberhafter Feierabend

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Privatterminlich bedingt fällt mein Kugelschreiber punkt 17 Uhr auf den Firmenschreibtisch. Der Computer verabschiedet sich in den Feierabend und ich tue es ihm gleich.

Nach 9 Stunden Bürofleiß darf ruhig auch vom wohlverdienten Feierabend die Rede sein. Finde ich.
Doch irgendetwas ist anders.

Es ist noch hell draußen!

Tageslicht und Feierabend – eine derart ungewohnte Kombination, dass ich mich sofort zur Rechenschaft genötigt fühle aufgrund meines pünktlichen Dienstendes. Aber was danach folgt…

Kaum habe ich die Firmentür hinter mir ins Schloss fallen lassen, lächeln mich auch schon die leicht grauen Wolken an. So gut leicht graue Wolken eben lächeln können. Im Hintergrund ein blauer Himmel. Nicht strahlend blau, aber eindeutig noch sichtbar. Es ist noch hell!

Es fühlt sich an, als hätte mein Chef mich aus reinster Nächstenliebe spontan zwei Stunden vorm eigentlichen Feierabend nach Hause geschickt. Einfach unbeschreiblich herrlich! Tief einatmen – lange ausatmen… Genießen

Auch die Fahrt mit der S-Bahn ändert sich damit ganz entscheidend:
Was sich sonst nur als bunte Lichtermenge im schwarzen Abendhimmel widergibt, entpuppt sich dank noch nicht vollständig abgeschlossener Dämmerung als fest verbundene Anreihung von Häusern, Straßen, Gärten. Auch Menschen sind zu sehen.

Zu Hause angekommen, ist der Zauber zwar längst verflogen. Aber dafür lohnt es sich allemal, die vereinbarten Arbeitszeiten genauer einzuhalten…

Anti-Kompliment

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Was bin ich glücklich über diesen kleinen Zufallsfund.
Endlich kann ich meine alten Hausschuhe für immer in den Müll verabschieden. Wobei ich mit ihnen locker Preise für den extremen Ausgelatschtheitsgrad hätte gewinnen können. Doch das ist jetzt endgültig vorbei. Hab sie ersetzt durch schicke, gemütliche Treter für drinnen.
Kunststoffsohle, der Rest aus Baumwolle. Hellgrau-dunkellila gestreift. Mit kleinem Hosentaschen-Applikat, welches sich mit einem Mini-Knöpfchen schmückt. Der Rand der offenen Seite in lila Strickoptik plus gleichfarbigem Schnürsenkel. Sieht toll aus!

Wir sitzen am Essenstisch. Ich glaube es fällt etwas runter. Falls nicht, gibt es eine andere Ursache, die Sohnemanns Blick auf mein neues “Innenraum-Schuhwerk” lenkt. Mit hochgezogenen Brauen und krauser Stirn will er wissen:

“Sind die von Oma?”

Nichts gegen seine Omas. Ganz gleich, welche von beiden. Aber wieso nur vermittelt so eine Aussage so ein unglaublich starkes Gefühl von “Anti-Kompliment”?

Also, ich finde meine neuen Fußunterzieher sehr sehr hübsch.
Auch wenn mir nicht entgangen ist, dass sich großer Schatz wortlos dem indirekten Urteil des kleinen Schatzes angeschlossen hat…