Taps links. Taps rechts. Immer schön im Wechsel. Ich hab ihn voll drauf. Den Pinguinwatschelgang für Schwangere.
Wie furchtbaaaar! Der sechste Monat hat gerade angefangen. Immer mal wieder höre ich, dass mein Bauch ja noch gar nicht soooo dick ist. Außer von meiner Kollegin, die sich nach anderthalb Wochen Nichtsehens plötzlich erschreckt mit den Worten “Boah. Bist du dick geworden!”
Aber zum Watscheln fühle ich mich irgendwie noch nicht schwangerreif genug. Das kommt doch erst viel später, dachte ich. Oder? Und was soll das ganze, unsichtbare Blei an meinen Beinen und Füßen? Wenn ich in den letzten Monaten schon kein Sport gemacht habe, genieße ich es umso mehr, wenigstens möglichst viele Wege per Fuß zurückzulegen. Nur habe ich seit einigen Tagen das Gefühl, ich komme kaum vorwärts. Da fühlt sich die minimalste Steigung an wie eine Wandertour im Harz. Im Oberharz, wohlgemerkt! Witzigerweise beobachte ich seit geraumer Zeit immer häufiger nichtschwangere Leute – weiblichen wie männlichen Geschlechts – denen es genauso geht. Ohne Babybauch. Ohne doppelte Herz- und Atembelastung. Hmm. Komisch.
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Immer dieses fiese H-Wort
“Ich hab Hunger.”
“Wir essen gleich. Sowie du fertig bist. Du hast ja hier den ganzen Esstisch in Beschlag.”
“Dann verhunger ich eben! Ich werd sowieso nie fertig.” Sprichts und bleibt zusammengesackt mit aufgestütztem Kopf über seinen Hausaufgaben hängen. Deutsch. Mal wieder. Man könnte auch sagen, Hausaufgaben allgemein. Wie so oft. Das nimmt sich eigentlich nichts. Das Prozedere ist meist das Gleiche. Der Tag beginnt wunderschön mit dem bestgelauntesten Fünftklässler der Welt. Doch sobald das böse, ja furchtbar böse H-Wort fällt, ist alles vorbei.
“Das ist ein Scheißtag!” – “Das ganze Leben ist doof!” – “Oooh Maaaann, warum muss ich diese blöden, blöden Aufgaben hier machen???”
Der Stuhl steht im Sechzig-Grad-Winkel zum Tisch. Sieht ziemlich schief aus, mit übertrieben großem Abstand noch dazu. Nicht bequem und für Schüler ungesund. Ganz sicher.
Die linke Hand stützt den lerngeplagten Kopf netterweise tief, sehr tief ab. Während die rechte Hand schon mal nach dem Aufgabenblatt greift. Oder zumindest irgendwie so etwas in Art. Da kann es schon mal passieren, dass das Blatt einreißt oder zerknittert. Manchmal trennen sich kleine Papierstückchen auch gänzlich von diesem miesen Blatt mit den blöden, blöden Aufgaben beziehungsweise künftigen Antworten. Zur selben Zeit rückt der Stuhl nochmal ein ganzes Stück vom Tisch ab. Ihm ist das Ganze einfach zuwider. Das hat oft zur Folge, dass die Stützer-Hand den Kopf noch tiefer sinken lässt. Und die andere, die Greifer-Hand, nachdem sie das Aufgaben-Antwort-Blatt in schiefe Position vor den Schüler gebracht hat, kommt nicht sehr gut an die Stifte heran. Dann wiederum springen Stifte, Lineal oder Radiergummi schon mal von allein – wie auch sonst – vom Tisch. Vor Langeweile, vermute ich. Vielleicht wollen sie aber auch einfach nur flüchten. Vorzugsweise übrigens in irgendwelche Ecken. Da kommt der lernwillige Schüler dann leider nur mit größter Mühe heran. Keine einfache Sache. So anstrengend, dass sich Mund und Zunge – die bei dem Prozedere ohnehin ununterbrochen mit dem größtflächigen Verbreiten von gebrabbeltem Gemecker und Geschimpfe beschäftigt sind – noch mehr ins Zeug legen müssen.
Sind die Ausreißer endlich eingefangen und auf die Tischplatte geknallt – sie sollen ruhig merken, dass es so nicht geht – kann die Arbeit losgehen. Eigentlich. Aber uneigentlich wiederholt sich die beschriebene Situation nur wieder von vorn. Und von vorn. Und von vorn. Und…
“Das ist Tierquälerei”, wirft mir Sohnemann kurz vorm Abschluss vor.
Hmm. Tierquälerei? So hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber jetzt, wo er mich darauf aufmerksam macht – ich glaube, er hat Recht. Die Katze hat sich bei dem ganzen Stress längst in eine sichere Ecke verzogen. Hält ja keiner aus. Zu gern würde ich es ihr gleich tun. Wären da nicht ständig das laute Stuhlscharren, die flüchtigen Stifte, die nie leise zu Boden fallen können und das Mund-Zungen-Duo, das sich beste Mühe gibt, in keinem Raum der Wohnung überhört zu werden. Zwischendurch sorgt Herr Duden übrigens immer wieder für weiteren Zoff, indem er die einfachsten Wörter unter seinen unzähligen Seiten gemeinerweise unauffindbar versteckt. Jawohl. Macht er. Sagt Junior.
Ich werd mal mit den Lehrern reden. So kann das nicht weitergehen. Hausaufgaben werden völlig überbewertet. Gehören abgeschafft. Sagen meine Nerven. Und unsere Katze.
Es klingelte an der Tür – und Weihnachten drang auf Einlass
“TockTockTock!”, hämmerte es am Sonnabendfrüh an unsere Wohnungstür.
“TockTockTock! Aufmachen! Ich bins.”
Erkältungserschöpft schlurfte ich also den Flur entlang, um dem aufdringlichen Klopfer zu öffnen. “Oh nein, du bist es, die Weihnacht!”, musste ich erschrocken feststellen, als sich vor mir ein mannsgroßes Wesen aufplusterte. Das Haar lamettabehangen und die Ohren mit goldenen Kugeln versehen. Das Kleid einem glitzerbunten Tannenbaum gleich.
“Wurde ja mal Zeit, dass du endlich aufmachst!”, begrüßte mich Frau Weihnacht wenig herzlich und stapfte sogleich an mir vorbei in unser Wohnzimmer. “Ich bleib jetzt die nächsten Tage bei euch”, verkündete sie entschlossen, während sie sich neugierig in unseren vier Wänden umsah. Erst jetzt bemerkte ich ihren großen Koffer, den sie netterweise neben der Tür stehen gelassen hatte. Warum sollte der Gast sein schweres Reisegepäck auch selbst tragen?!
“Was ist das denn hier?”, hörte ich es leicht hysterisch aus dem Wohnzimmer fragen. “Kein Weihnachtsbaum?”
“Äh, nun ja, wir haben keinen Platz für…” “Wo sind die Lichterketten? Der Fensterschmuck? Überhaupt die ganze Weihnachtsdeko? Zwei Schneemänner und ein lumpiges Adventsgesteck – soll das ALLES sein???”, prasselten die Vorwürfe nur so auf mich ein. “Naja, also das ist so”, suchte ich nach guten Argumenten zur Rechtfertigung. Es folgten Gründe wie keine Zeit, viel zu tun, sehr, sehr viel zu tun, mehrmals krank, Kindergeburtstag, Umzugshilfe und Elternversammlung. Jawoll. Für Weihnachten blieb in den letzten Wochen nun wirklich kein Platz. Außer für einmal Plätzchenbacken mit Junior. Hab ich ihr natürlich auch gesagt.
“Papperlapapp! Jeder weiß doch, dass ich JEDES Jahr um diese Zeit vorbeikomme”, wischte der olle Weihnachtsgast meine Argumente weg wie trockenen Staub. “Aaaalsooo”, wandte sich die wandelnde Tannenbaumfrau mir mit erhobenen Zeigefinger zu. “Folgendes Programm habt ihr zu absolvieren, damit ich bleiben kann. Und ich WERDE bleiben!…”
Was folgte, war eine gefühlt endlos lange Liste mit Aufgaben. Geschenke kaufen, Dekoration besorgen, ein Weihnachtsmahl zusammenstellen und natürlich die Zutaten vorher einkaufen, viele, viele Plätzchen backen, aufräumen, putzen, dekorieren und das allerwichtigste: die Familie an Heiligabend weihnachtlich gastfreundlich empfangen. Und alles ohne Stress. Es sei ja schließlich die besinnliche Zeit im Jahr, wie Frau Weihnacht mir verklickerte. (Weihnachten stressfrei? Hab ich noch nie was von gemerkt)
Und was darauf folgte, war ein absolut ausgefüllter Sonnabend. Allerdings ohne die Aufgaben von Frau Weihnacht zu erfüllen. Lediglich Juniors Geschenke konnte ich besorgen. Der Rest musste warten. Heiligabend war ja auch noch ein Tag. Wenn auch nur ein halber…
Dass Weihnachten aber auch immer, immer, immer so plötzlich und unangekündigt vor unserer Tür stehen muss!
Memo an mich selbst: Weihnachtsvorbereitungen 2013 schon Mitte Dezember erledigen!
abgestraft von Frau Sonne
Die Zeiten sind vorbei. Da bin ich raus. Es war einmal, dass ich meine leichenblasse Haut der glühenden Sonne entgegen gestreckt habe und sie aufforderte, doch bitte, bitte endlich jetzt sofort etwas Sommerfarbe an mich abzugeben. Bekommen alle anderen schließlich auch genug davon ab.
Gefühlte Tage am Stück brutzelte ich deswegen in den Sommerferien dösenderweise auf der Wiese im Garten. Ohne Schatten, versteht sich. Dafür mit höchster Achtsamkeit darauf, dass Arme, Beine, Rücken, Gesicht und Dekolleté gleichmäßig dem Bio-Solarium vorgeführt werden. Frau Sonne fand das bislang leider wenig beeindruckend. Dass sich ob meiner hellen Gesichtsfarbe regelmäßig besorgterweise nach meinem Gesundheitszustand erkundigt wurde, erweckte nicht mal den Hauch von Mitgefühl in ihr. Sie ließ mich einfach schmoren – ohne zu bräunen.
Wenn es eine Farbe gab, die Frau Sonne für mich übrig hatte, dann allenfalls rot. Ja, ich weiß, danach kommt auch etwas Bräune zum Vorschein. Aber muss es denn immer über die Mutation zum Krebs sein? Zumal das äußerst doppeldeutig gemeint ist. Und schmerzhaft.
Doch was tut man als Teenager nicht alles für einen natürlichen “gesunden” Teint?!
Aber damit ist ja nun Schluss. Seit langem schon. Jetzt lasse ich mir noch passiv Bräune auf die Haut bannen. Kein Druck. Kein Stress. Und die Freude ist umso größer, wenn sich kleine Veränderungen zeigen. Und außerdem: in Asien stecken die Frauen richtig viel Geld ins Blasswerden. Dort hätte ich gute Chancen zum Schönheitsideal. Zumindest von der Hautfarbe her
Dazu kommt, dass ich mir endlich eingestanden habe, dass mir ein Schattenplatz weitaus besser bekommt, als direkt unter den Augen von Frau Sonne. Keine Kopfschmerzen. Kein Unwohlsein. Kein übermäßiges Schweißgetriefe. Und viele andere keins mehr. Perkekt also. Ganz ehrlich.
Keine Ahnung, warum ich mich in den letzten Wochen ab und an immer wieder selbst dabei ertappt habe, mitten unter schattenfreiem Himmel Platz zu nehmen. Und genau darauf zu achten, dass keine textilfreie Seite an mir zu kurz kommt. Frau Sonne ist das selbstverständlich nicht entgangen. Mit leichter Übelkeit und einem komischen Unwohlsein (nur minimal) schickte sie mich jedes Mal nach zwei Stunden nach Hause.
…aber wenigstens hat sie dabei einen Hauch von Sommerfarbe auf meiner Haut hinterlassen. Yippieh!!! …. äääh, ist doch eigentlich auch egal, ob blass oder gebräunt, wollt ich sagen…
“Mama, was ist ein Porno?”
Muttern zu Vatern: “Guck mal, da wird grad ‘n Porno gedreht!”
Tochter (ca. 4 Jahre) mischt sich ein: “Wo wird ein Porno gedreht?”
nochmal Tochter: “Mama, was ist ein Porno?”
Muttern (stark verlegen): “…äääh….äähm…nichts.”
Vatern zu Tochter: “Ein Pony meint die Mama. Da wird ein Pony gedreht!”
Tochter mit Antwort zufrieden: “Achso.”
Interessant wie Eltern inmitten Unmengen von Menschen solch peinliche Eltern-Kind-Dialoge meistern. Noch interessanter wäre es jedoch gewesen, wenn Tochter das gedrehte Pony hätte sehen wollen… Im Miniaturwunderland Hamburg. Oben leider nicht das Foto vom Pornodreh (der dort neben ein paar anderen jugendschutzwürdigen Darstellungen die Erwachsenen erheitert), dafür aber “ein Bett im Blumenfeld”. Und falls nochmal ein Kind Fragen dazu hat: Mit Blasen sind natürlich jene an den Füßen gemeint. Was denn auch sonst! Also wirklich…
