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voll doof

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“Leben ist das, was passiert, während man andere Dinge plant.”

Treffender lässt es sich zur Zeit nicht ausdrücken, warum der Blog und noch einige andere Dinge Tag für Tag aufs Neue vertröstet werden müssen von mir. :(

Trotzdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass sich das baldmöglichst ändert und sich auch auf der Momentewiese wieder eindeutig mehr tut. Bis dahin versuche ich zumindest via facebook ab und an kleine Lebenszeichen von mir zu geben.

Huch, das war wohl mein Todesblick

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“Sie hat genau gesehen, dass du sie mit deinen Blicken brutal getötet hast,” ließ mich Großer Schatz am Tag nach unserer ersten Geburtsvorbereitungsstunde wissen.

Na und? Soll sie doch!
Ganz ehrlich, ich find die Hebamme absolut klasse. Gut gelaunt und superwitzig. Nur ihre Einstandsübung – für berufstätige Eltern wie wir, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag – war alles andere als witzig. Nicht mal ansatzweise zum Schmunzeln geeignet. Stattdessen hätte ich lieber gleich die Flucht nach vorn bzw. nach draußen angetreten. Ernsthaft.
Acht schwangere Paare stehen sich im Kreis gegenüber und halten die Arme auf Schulterhöhe, so dass die eigenen Hände sachte aneinanderstoßen. Klingt erstmal harmlos. In Wirklichkeit ist es die Hölle. Nach zehn Minuten! Nein, das stimmt nicht ganz. Sie ist auch schon vor Ablauf der zehn Minuten eine reinste Qual.

Okay, ich geb zu, ich konnte die Uhr gar nicht sehen. Musste mich also auf meine innere Uhr verlassen. Die hingegen versicherte mir hoch und heilig, geschlagene 60 Minuten in dieser beknackten misslichen Lage gesteckt zu haben. Mein Bizeps protestierte sekündlich lauter und drohte sogar damit, mir die Oberarmenhaut zu sprengen. Jawohl!

“Ihr könnt alles tun, was ihr wollt, damit es für euch angenehmer wird – außer die Arme runternehmen”, schlug die Hebamme uns von Zeit zu Zeit vor und wiegte sich dabei selig lächelnd nach links und rechts.
Wie zu grimmigdreinblickenden Salzsäulen erstarrt, gaben alle regungslos ihr Bestes und hofften auf ein schnelles Ende dieser Endlosqual.
Nur ein einziger Teilnehmer, ein Mann, tat es der Hebamme gleich und schaukelte mit zufriedenem Gesichtsausdruck hin und her. Ohne seine Arme auch nur einen Zentimeter absacken zu lassen. Es war genau jener Mann, der mir am nächsten Tag erzählte, er – und auch die Hebamme – hätten meine Todesblicke ganz genau wahrgenommen…

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ein siebenwöchiger Partner-Geburtsvorbereitungskurs könnte meinen Schatz langweilen.

Flensburger Punkte zu verschenken

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S-Bahngespräch am Morgen. Zwei Mädels, beide um die 18 Jahre alt. Thema “Führerschein-Nachschulungen von Freunden”.

Nachdem genauestens erläutert wurde, dass derlei Fahrerziehungsmaßnahmen finanziell extrem schmerzhaft ausfallen, gibt Freundin #1 ihre Taktik für die Sicherheit des eigenen, wohl noch nicht vorhandenen Führerscheins preis:

#1:“Ich werd mir kein eigenes Auto holen. Ich nehm dann das Auto von meiner Mutter, meinem Freund und von der Mutter von meinem Freund. Und wenn ich dann irgendwelche Scheiße baue, geb ich denen die dreizig Euro oder wie viel das kostet und das wird auf deren Namen berechnet.”

#2:
“Aber das wird dein Freund nicht mitmachen. Dann kriegt er die Punkte oder wenn du so was Krasses machst, dass er zur Nachschulung muss?!”

#1:
“Mein Freund wird ja wohl nicht sagen, dass ich gefahren bin.”

Dem möchte ich nichts hinzufügen – außer reiner Fassungslosigkeit.

Erinnerungslücke

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“Spreche ich mit Frau federfee?”, fragt mich vorhin eine männliche Stimme am anderen Ende der Handy-Verbindung. Erstmal möchte ich wissen, worum es geht. “Sie haben letztes Jahr im September bei einem Gewinnspiel teilgenommen. Für einen Audi oder eine Reise nach Dubai. Erinnern Sie sich?” Ehrlich gesagt, und ich bin ehrlich zu ihm, “Nein.”
“Das war am 14. September. Wissen Sie noch?” Immer noch “Nein.” Schließlich fülle ich schon seit Jahren keine dieser ach-so-gewinnbringenden Karten mehr aus.

Ich weiß gar nicht, warum es so bedeutend sein soll, ob ich mich an genau dieses Gewinnspiel erinnere oder nicht. Kommt doch sowieso jeden Moment die traurige Gewissheit, dass ich leider, leider nicht den Hauptpreis gewonnen habe. Mir netterweise jedoch zum Trost ein Zeitungsabo meiner Wahl geschenkt wird. Geschenkt, zu meinen Kosten, versteht sich.
Aber dieser Herr spannt mich noch etwas auf die Folter. Versucht meine verloren gegangene Erinnerung mittels Vorlesen meiner auf dem Teilnahmekärtchen eingetragenen Adresse wiederzufinden. “Moment mal”, muss ich ihn leider unterbrechen. “Das ist dann aber nicht letztes Jahr gewesen, sondern vor etwa zehn Jahren. Dort wohne ich schon seit neun Jahren nicht mehr!”

Ich glaub, jetzt wird ihm klar, warum ich mich nicht mehr an den besagten 14. September erinnern kann. Glaube ich. Er glaubt vielmehr etwas ganz anderes. “Da hat Ihnen wohl jemand einen Streich gespielt.” Ach ja. Ganz bestimmt. Und es ist sicher auszuschließen, dass es sich nicht um uralte Datenbanken handelt? Was wird denn jetzt nun aus meinem Auto? Oder der Dubai-Reise? (wobei ich dem Auto am wenigstens abgeneigt wäre)
Nix. Nicht mal Zeitschriften-Abo wird mir angeboten – so als Wiedergutmachung, für die offenbar irrtümliche Datenerfassung. Stattdessen eine Entschuldigung für die vertane Zeit.

Aber vielleicht hatte ich ja doch gewonnen? Womöglich ist die Auslosung nur ein wenig verschoben worden. Kam bestimmt etwas wirklich Wichtiges dazwischen. Kennt doch jeder. Wenn ich mir das recht überlege – ich glaub, ich weiß noch genau, was ich an all den 14. September’s gemacht habe, an denen ich noch ganz woanders gewohnt habe…

Klassenraum 3.0

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Baupläne äußerst wortreich präsentiert zu bekommen – dieses Glück hatte ich einige Jahre beruflich bedingt regelmäßig. Leider bin ich noch nicht dahinter gestiegen, warum die Präsentatoren jedes mini-winzige Detail a) erwähnen und b) (viel schlimmer) mehrfach wiederholen müssen…

Juniors Schule bekommt eine Mensa und tollerweise noch ein neues Gebäude mit Klassenräumen. Alles neuester Standard. Tolles Konzept. Eltern und Lehrer bringen sich von Anfang an mit ein. Toll. Toll.

Als interessierte und nach Möglichkeit engagierte Eltern möchten wir uns das bei der Elternvollversammlung selbstverständlich gerne anhören. Die niemals enden wollende Direktoren-Rede… Wir haben es auch überstanden.
Hat er sich doch größte Mühe gegeben, alles genau zu erklären. Wo welcher Klassenraum ist. Welcher Jahrgang welche Türen benutzen wird (ja, so war es!) und welche Toiletten und freie Lernzonen welchem Jahrgang zuzuordnen sind. Alles wird genau geplant. Und ist genauso genau auf den Architekten-Umrissen zu erkennen. Etage für Etage.

Trotzdem grübele ich noch ein bisschen über die ernst gemeinte Frage eines Vaters:

“Kommen da auch Fenster rein? Zur Belüftung?”

Hat er wirklich nach Fenstern gefragt? Nicht etwa als Lichtquelle. Nein, zwecks Belüftung, bräuchte man doch Fenster, meint er besorgt. Also wirklich, da wird ein neuer Schulkomplex mit vielen pädagogisch sinnvollen Einzelheiten entstehen (Lehrerzimmer neben den Etagenaufgängen; freie Lernzone mit Teilverglasung) – und er fragt nach so etwas altmodischem wie Fenster in Klassenräumen? Wie old school ist das denn??? Mit digitalen Tafeln an den Wänden und Tablet-PCs vor der Nase brauchen Kinder doch keine Fenster mehr in Klassenräumen. Also, ernsthaft. Das mit der Belüftung lässt sich doch auch anders regeln.