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nur Fettpölsterchen, mehr nicht

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“Der Schmerz sitzt genau da – ist auch etwas geschwollen, an beiden Füßen,” erkläre ich zeigenderweise dem Arzt den Grund meines Besuchs. “Das glaube ich nicht, dass das geschwollen ist,” entgegnet er mir sofort, während er sich eine viel bessere Stelle zum typischen Ärztedrücken sucht. AUAA! “Das sind nur kleine Fettpölsterchen,” kommentiert er noch kurz meine Schwellungen.

WIE BITTE ??? Hat er eben ernsthaft gesagt, ich hätte Fettpölsterchen an meinen Fußinnenseiten? Gutgelaunt wandert er beschwingt zurück, zu seinem großen Schreibtisch und lässt mich – ohne mit der Wimper zuzucken – einfach schockgestarrt auf der Liege sitzen. Fettpölsterchen an den Füßen ?!?!?

Die Diagnose, die er mir während seiner kleinen Wanderschaft stellt, muss ich mir später selbst zusammenreimen. Viel mehr beschäftigen mich jetzt meine angeblich nicht existierenden Schwellungen. Ehrlich, bis letzte Woche, bevor mich die unglaublich starken Schmerzen heimgesucht haben, war da noch nix. MUSS also damit zusammenhängen!

Außerdem zählten bis eben Unterarme, Hinter-den-Ohren und Füße zu den (einzigen?!?) Stellen, die definitiv kein Gramm Fett zu viel aufweisen. Jawoll! Und nun? Nun ist von einer Sekunde auf die nächste mein halbes Selbstbildnis zerstört. Oder zumindest angekratzt…

Doch damit noch lange nicht genug. Zwar habe ich die Diagnose nicht wirklich mitbekommen. Da will ich doch wenigstens die Ursache wissen. Schließlich habe ich an den Tagen vor Schmerzausbruch nix Ungewöhnliches gemacht. Ein bisschen Sport. Workout. Aber anders als sonst, nur die softe Variante. Hab ich ihm auch so erzählt.
“Hmm,” sagt er und macht mit seinem rechten Handgelenk komische Auf- und Abwärtsbewegungen. “Das kommt, wenn man die Füße ganz oft von der Ferse her abrollt.”

Ach, na sowas, denke ich mir und berichte ihm, dass das tatsächlich eine der Übungen war, die ich einen Tag vor Schmerzbeginn beim so genannten “Soft-Fitness”-Kurs mitgemacht habe. Dass die Teilnehmer – mit Ausnahme meiner Freundin und mir – alle (wiederhole: ALLE) ihren 65. Geburtstag schon mehr oder weniger lange hinter sich hatten, lasse ich an dieser Stelle lieber unerwähnt. Stattdessen mache ich mich mal schnell auf die Suche nach einer Diät für Fußspeck…

Juhuu – er ist weg und doch wieder da

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“Hey, guck mal – der Stepper sieht genauso aus wie meiner!”, mache ich Sohnemann auf das schwarzweiße Sportgerät vor unserem Haus aufmerksam. Es befindet sich direkt auf dem inoffiziellen Tauschbasarplatz. Sprich: Es steht neben der Tür. Denn hier gilt:
Wer etwas nicht mehr braucht, spart sich den Flohmarkt-Aufwand und stellt es raus. Der Nächste oder spätestens der Übernächste freut sich und nimmts mit. Tolle Sache.

Dieses Mal also ein Stepper, der exakt aussieht wie meiner. Aber ich habe ja nun schon einen. Seit etwa anderthalb Jahren oder so. Gebraucht, aber wie neu. Maximal zweimal benutzt. Diesen brauch ich daher definitiv nicht. Auch wenn er noch sooo gut aussieht.
Doch plötzlich und unerwartet: “Mooooment mal,” mahnt mich mein geschultes Adlerauge zur Wachsamkeit. Hinter dem Stepper steht so ein undefinierbares Holzdingens. Halb Regal, halb Kiste. Optisch äußerst merkwürdig. Derart merkwürdig, dass ich es vor geraumer Zeit mitgenommen hatte… für kreative Momente… (welche sich eben nur noch nicht ergeben haben).

Das würde allerdings nicht nur bedeuten, dass großer Schatz, wer auch sonst ;) , nicht nur das Holzirgendwas rausgestellt, sondern auch meinen heißgeliebten – wenn auch unbenutzten – Stepper der Wohnung verwiesen hat.

Vorsorglich klemm ich mir das gut erhaltene Fitnessgerät unter den Arm, um ihm weiterhin unbegrenztes Aufenthaltsrecht in unseren vier Wänden zuzusichern. In der Wohnung angekommen, ist Schatzi so sehr dem Putzwahn verfallen, dass er mein kleines Mitbringsel überhaupt nicht bemerkt. Gut so. Schnell an den alten Platz damit. Der richtige Moment, um Schatzi zur Rede zu stellen wird schon noch kommen.

Es sollte nur ein paar Stunden dauern.

Begleitet vom großen Schatz komme ich dem hauseigenen Tauschbasar näher. Erneut von draußen.
“Oh guck mal – der Stepper ist schon weg!”, freut sich Schatzi enorm darüber, jemanden mit dem vermeintlich nicht mehr benötigten Gerät glücklich gemacht zu haben. Und er freut sich wirklich sehr. Mein Grinsen lässt sich nicht länger verbergen und genügt, um ihn über meine kleine Rückholaktion wortlos zu informieren.

“Den BRAUCH ich!”, setze ich sofort zur Verteidigung an. Immerhin weiß ich, welche Diskussion jetzt folgen wird… Daher muss ich den Satz gleich mehrfach wiederholen und so überzeugend wie nur irgendmöglich darstellen. Mimik, Gestik – alles muss sitzen!

Zugegeben, in anderthalb Jahren maximal zweimal benutzt (wenns hochkommt) ist nicht gerade die überzeugendste Quote. “Aber darum gehts ja auch gar nicht!”, mach ich ihm klar. ” Ich WILL ihn wirklich nutzen. Ganz ehrlich!”

Dazu könnte erwähnt werden, dass ich den Stepper schon zum zweiten Mal vorm endgültigen Rauswurf bewahre. Die unzähligen Androhungen das Stepperasyl fristlos aufzuheben nicht mitgerechnet.

Aber Schatzi ist glücklicherweise kein Unmensch. Allerletzte Chance für die Freundschaft zwischen Stepper und mir – jedoch mit knallharter Auflage.
“Du musst ihn JEDEN Tag benutzen! JEDEN TAG, SONST…!”

“Jajajajajaja – ich will auch!”, gelobe ich schnell Besserung, während meine Augen ihr schönstes Zwinkern und mein Mund sein glücklichstes Lächeln aufsetzen.

Fazit nach fünf Tagen:

Tag 1 – Besuch schaute vorbei

Tag 2 – habe ich mich geschlagene zehn Minuten mit Auf- und Abwärtstreten gequält (gequält triffts am besten, einschließlich zweier Beinahe-Abstürze)

Tag 3 – mit Schatzi auf Sofa gequatscht (wäre unhöflich dabei zu sporteln)

Tag 4 – von Arbeit ausgelaugt und überhaupt…

Tag 5 – mit übergroßem Angstgefühl nach Hause gekommen, in der Annahme Stepper könnte bereits ausgewiesen worden sein

Gestern Abend sind wir bei Tag 47 angelangt.
In meiner Bettlektüre (Thema: mehr Bewegung im Alltag) tauchte indirekter Weise ein Stepper auf. Naja, Treppenstufen sind eben so ähnlich, oder?!? Und ganz plötzlich fiel mir mein kleiner stiller, schwarzweißer Freund wieder ein. Ein Blick unter meinen Schreibtisch (als einigermaßen gesichertes Versteck) offenbarte Böses! Nicht da! In meinem Schrank? Nichts. In Schatzis Schrank? Nichts! Und er hat erst vor ein paar Tagen im Schlafzimmer für Ordnung gesorgt…

Kurz bevor ich wutentbrannt Schatzi für sein offenbar unbarmherziges Verhalten gegenüber hilflosem und zugleich hilfreichem Equipment zur Rede stellen wollte, wanderte mein immer noch suchender Blick auf den Schrank. Puuhh. Glück gehabt. Zwar ist Stepper damit für mich erstmal nicht so leicht erreichbar. Aber er ist noch da. Und heute Abend fang ich. Vielleicht auch morgen. Aber dann ganz bestimmt. Wirklich!

Gesundtag

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Gesundtag.

Genau. Richtig gelesen. Morgen ist es endlich wieder soweit. Unser persönlicher, ganz eigens initiierter und familiärer Gesundtag steht an. Auf Freiwilligenbasis versteht sich.

Aufgrund des gemeinsamen Wunsches von mir und großem Schatz, die Körpermasse-Reduktion anzukurbeln, gibts morgen Fitness zum Löffeln und Aufgabeln. Bezüglich des Relax-Wunsches, der schon während der letzten Woche und nicht erst wie der Gesundtag heute spontan gefasst wurde, bleibt die Sache mit dem Sport erst mal offen. Spontan eben.

Morgens Müsli mit Naturjoghurt. Mittags Reispfanne mit viel Gemüse, fleischlos. Selbstredend. Abends Salat. Und für zwischendurch Obst und Bewegung an frischer Luft!

Aber wie viel Gesund ist eigentlich gesund?

Es fängt schon damit an, dass Penny mir vernünftiges Müsli OHNE Schoko in seinem Angebot schlichtweg verwehrt hat! Frechheit. Nicht, dass ich Schoko nicht mag. Im Gegenteil. Ich liebe Schokolade. Und brauche in sehr, sehr regelmäßigen Abständen eine gewisse Ration des süßen Suchtmittels. Ich sag nur Zucker. Nun gut, morgen früh bekomme ich sie. Unerwünschter Weise.

Was ist mit Kaffee?

Den trinke ich ausschließlich mit Zucker und Milch. Soll ja schmecken. Sicher, am Gesundtag tendiert mein inzwischen Gesunde-Ernährungs-Gen eindeutig zu ungesüßtem Tee. Ob Kräuter oder Früchte bleibt meinem Geschmack überlassen. Immerhin.

Problematisch dabei ist nur, dass mich weder Kräuter- noch Früchtetee so wunderbar aus meiner morgendlichen Aufwachphase befreit wie es der selbst aufgesetzte Kaffee vermag. Sicher, schwarzer Tee soll bekanntlich ähnliche Wirkung erzielen. Mag ich aber nicht, weil schmeckt mir nicht. Und passt allein deswegen schon nicht ins Konzept des Relaxtages, der mit dem Gesundtag auf einer Ebene steht.

Also doch lieber Kaffee mit Zucker. Fürs Relaxen unabkömmlich. Würde sonst auch mit dem Plan der möglichst vielen Bewegung an frischer Luft und eventuell Sport in Konflikt geraten. Wie nämlich soll das denn funktionieren, wenn ich in halbwachem Zustand und gefühltem (!) Flodder-mäßigem Aussehen das Haus verlasse?

Vor eine fast noch größere Herausforderung stellt mich jedoch die überaus große Schüssel Pflaumen im Kühlschrank. Richtig. Ist in der Kategorie Obst – also gesund – gelistet. Dumm nur, dass ich dem kleinen und dem großen Schatz bereits vor Tagen das Versprechen gegeben habe, die blauen, weichen Obsteier in leckeren Kuchen zu verwandeln. Konnt ja keiner ahnen, dass plötzlich Herr Gesundtag an unserer Tür klingelt und um Einlass bittet.

Ob das Argument reicht, die große Menge Obst im Kuchen gleicht Kalorien und Fett der anderen Zutaten – unter anderem Schmand und Zucker – vollständig aus? Andererseits Müsli, Reis-Gemüse-Pfanne, Salat UND natürlich viel Bewegung an frischer Luft könnten das doch in gemeinschaftlicher Absicht – aufgrund fettreduzierter Eigenschaften – hinbekommen, oder nicht?

Außerdem, es gibt genug Gründe, die dafür sprechen, die Pflaumen morgen im Rahmen eines feierlichen süßen Schmauses in den ewigen Garten der Obstsorten zu verabschieden. Eine Woche alt, erste Anzeichen von Schrumpligkeit (Moment, sollte man zum Backen nicht eher feste Pflaumen nehmen???). Und extrem wichtig, dass am Familien-Relaxtag ein selbstgebackener Kuchen auf dem Nachmittags-Kaffee-Tisch zum Verzehr bereit steht. Der Gemütlichkeit wegen. Ach ja, apropos Nachmittags-Kaffee-Tisch. Das Mittelwort steht natürlich nicht ohne Bedeutung dort. Erneute Ration Kaffee mit Milch und Zucker. Ohne geht ja gaaar nicht. Wie ungemütlich sonst.

Und außerdem machen gesunde Sachen bekanntlich nicht unbedingt satt. Also, das frische Obst am Nachmittag ersetzen wir am besten gleich durch die im Kuchen verbackten Pflaumen. Damit der ein komplettes Blech füllende Kuchen nicht schlecht wird – könnt ja passieren – essen wir eher ein Stückchen mehr davon. Was aber eventuell auch daran liegen kööönte, dass wir bekennende Kuchenliebhaber sind. Aber dafür sind wir dann abends so satt, dass wir womöglich auf den Salat verzichten können. Spart Kalorien.

Oje, jetzt meldet mein Magen auch noch einen vorzeitigen Bedarf an erneuter Nahrungsaufnahme an. Hätte ich den Kuchen schon heute gebacken, wären bis auf den Kaffee-Konflikt sämtliche Probleme für morgen gelöst:

Der Kuchen wäre bis morgen früh so gut wie aufgefuttert. Sowohl kleiner und großer Schatz bräuchten sich mit der Versuchung nicht mehr herumzuplagen. Hab ich ja dann für die Beiden übernommen. Das würden sie sicher zu schätzen wissen.

Ich hingegen hätte so starke Bauchschmerzen, dass an Essen gar nicht zu denken wäre. Die Pflaumen sind von ihrem tristlosen und kalten Dasein im Kühlschrank befreit.

Alles wäre gut.

Fast alles. Aufs Relaxen müsst ich dann wohl verzichten. Und ob das dann gesund ist?