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Passt doch – nur nicht jetzt

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“Wie herrlich”, schoss es mir heute früh beim Blick aus dem Fenster durch den Kopf. Alles mit weißem Puder bedeckt. Die Wege, die Wiesen, die Autos. Dazu rieselten lautlos winzige Flöckchen im morgendlichen Dämmerlicht herab. Sah gut aus.
“Und VIER Tage frei obendrauf!”, erinnerte mich mein Gedächtnis freudestrahlend. Besser gehts doch gar nicht. Familienzeit. Schnee-Idylle. Die Festtage stehen vor der Tür. Alles perfekt!

… bis mir einfiel, dass es gar nicht die Weihnachtstage sind, um die es dieses Mal geht.

Äääh – so anders, und doch so gleich

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Es ist nicht so, dass wir den Laden nicht kennen. Überhaupt nicht. Bis vor zwei, drei Jahren haben wir dort wöchentlich unsere Essensvorräte zusammengestellt. So lange, bis er eine neue Schwester bekam, die uns viel näher gelegen ist. Und einen wesentlich angenehmeren Parkplatz vorzuweisen hat. Aber sonst ist alles identisch. Supermarktkette eben.

Erst Getränke, Naschkram, Brot, Kühlware – nichts Aufregendes. Und trotzdem gerate ich schon beim dem ersten Schritt in unserem “alten” Laden ins Stocken. Äääh – irgendwie ist das hier ganz anders. Und auch wiederum nicht. Aaah – komplett spiegelverkehrt eingerichtet. Der Weg mit dem Einkaufswagen ist zwar derselbe, nur dass man nicht von rechts nach links geht, sondern eben genau umgekehrt beginnt. Hmm. Irgendwie äußerst irritierend.
Ich bin nun wirklich keine Freundin solcher unangekündigten Veränderungen. Das fühlt sich an, als ginge man eine ausgeschaltete Rolltreppe runter, von der man allerdings erwartet hat, dass sie sich wenigstens ansatzweise mitbewegt (ganz abscheuliche Sache mit der Rolltreppe!).
Kein Wunder, dass wir die Butter vergessen haben.

19! Nur noch!

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“Jetzt gucken Sie nicht so!” Mein Chef und seine typisch hanseatische Direktheit.
Trotzdem stehe ich noch immer wie angewurzelt vor seinem großen Schreibtisch und starre mit festgemeißelter Miene an ihm vorbei, direkt auf den Wandkalender.

“Aber…aber…” So richtig viele Worte wollen sich in mir gerade nicht zusammenfinden. Viel zu tief sitzt der Schock. “Das geht alles so schnell”, jammer ich hilflos vor mich hin. “Das ist ja nur noch so wenig Zeit”, seufzt es als Nächstes aus mir heraus.

“Das haben Sie sich selbst eingebrockt. Von uns ist keiner schwanger geworden, um sich vor der Arbeit zu drücken”, kontert mein Lieblingsarbeitgeber schroff. Natürlich hat er recht. Mit dem ersten Satz. Den zweiten meint er ja gar nicht so, wie er ihn sagt. Kleine Humoreinlage.

“Trotzdem!”, entgegne ich und beginne erneut auf den Kalender zu starren. Vielleicht lassen sich ja doch noch ein paar Tage mehr rausglotzen. Wäre nicht schlecht. Aber nix da. Nur noch ganze 19 Arbeitstage. 19! Nur noch! Dann beginnt mein Mutterschutz. Auch nur, weil Chef aufgefallen ist, dass mir noch vier freie Tage zustehen. Die solle ich nicht verschenken.

Dabei habe ich doch noch sooo viel zu tun auf Arbeit, bevor ich mich vorübergehend verabschiede. Lange beiseite Geschobenes aufarbeiten. Meinen Elternzeitvertreter-Kollegen in alles (ich wiederhole: ALLES) ordentlich einarbeiten. Alte Mitschriften und Unterlagen für den persönlichen Gebrauch sortieren und abheften (was ich mir so seit zwei Jahren fest vornehme). Ein Ding der Unmöglichkeit. Schließlich fallen in die 19 Tage glatte zwei Wochen Urlaubsvertretung sowie drei Tage, an denen ich bei einem Kunden vor Ort arbeiten werde…

Schweren Herzens schlurfe ich nach diesem Gespräch zurück zu meinem Platz. Vergewissere mich an dem dort sichtbaren Wandkalender nochmal über die Lage der Dinge. Vielleicht haben wir ja doch noch einen oder sogar zwei Tage übersehen. Das wäre nicht schlimm, sondern hilfreich. Aber… wieder nix. Es bleibt bei 19.

Stattdessen beschließe ich, dass die fünf weiteren Tage, die mich rein formell von der Arbeit fernhalten würden und welche Chef gerade übersehen hat, lieber nicht erwähnt werden sollten. Denn was bleibt denn dann sonst noch?!? *seufz*

 

Anmerkung:
Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich in meiner arbeitsfreien Zeit mit mir und anderen anstellen könnte. Im Gegenteil. Tausend Dinge und mehr drängen sich da sofort auf die Wunschliste. Und ich freu mich schon riesig auf diese Zeit. Aber es ist auch so, dass mir meine Arbeit extrem viel Spaß macht.

Ging es den Müttern unter euch ähnlich oder genauso?
Das Gespräch ist übrigens schon einige Tage her und die Zeit hat seitdem nichts an ihrer Geschwindigkeit verloren :( .

Klassenraum 3.0

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Baupläne äußerst wortreich präsentiert zu bekommen – dieses Glück hatte ich einige Jahre beruflich bedingt regelmäßig. Leider bin ich noch nicht dahinter gestiegen, warum die Präsentatoren jedes mini-winzige Detail a) erwähnen und b) (viel schlimmer) mehrfach wiederholen müssen…

Juniors Schule bekommt eine Mensa und tollerweise noch ein neues Gebäude mit Klassenräumen. Alles neuester Standard. Tolles Konzept. Eltern und Lehrer bringen sich von Anfang an mit ein. Toll. Toll.

Als interessierte und nach Möglichkeit engagierte Eltern möchten wir uns das bei der Elternvollversammlung selbstverständlich gerne anhören. Die niemals enden wollende Direktoren-Rede… Wir haben es auch überstanden.
Hat er sich doch größte Mühe gegeben, alles genau zu erklären. Wo welcher Klassenraum ist. Welcher Jahrgang welche Türen benutzen wird (ja, so war es!) und welche Toiletten und freie Lernzonen welchem Jahrgang zuzuordnen sind. Alles wird genau geplant. Und ist genauso genau auf den Architekten-Umrissen zu erkennen. Etage für Etage.

Trotzdem grübele ich noch ein bisschen über die ernst gemeinte Frage eines Vaters:

“Kommen da auch Fenster rein? Zur Belüftung?”

Hat er wirklich nach Fenstern gefragt? Nicht etwa als Lichtquelle. Nein, zwecks Belüftung, bräuchte man doch Fenster, meint er besorgt. Also wirklich, da wird ein neuer Schulkomplex mit vielen pädagogisch sinnvollen Einzelheiten entstehen (Lehrerzimmer neben den Etagenaufgängen; freie Lernzone mit Teilverglasung) – und er fragt nach so etwas altmodischem wie Fenster in Klassenräumen? Wie old school ist das denn??? Mit digitalen Tafeln an den Wänden und Tablet-PCs vor der Nase brauchen Kinder doch keine Fenster mehr in Klassenräumen. Also, ernsthaft. Das mit der Belüftung lässt sich doch auch anders regeln.