Schlagwort-Archive: Prinzessinnennot

voll doof

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“Leben ist das, was passiert, während man andere Dinge plant.”

Treffender lässt es sich zur Zeit nicht ausdrücken, warum der Blog und noch einige andere Dinge Tag für Tag aufs Neue vertröstet werden müssen von mir. :(

Trotzdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass sich das baldmöglichst ändert und sich auch auf der Momentewiese wieder eindeutig mehr tut. Bis dahin versuche ich zumindest via facebook ab und an kleine Lebenszeichen von mir zu geben.

Jetzt ist er weg

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Jetzt ist er weg. Für immer. Kommt auch nicht wieder. Wohnt jetzt einige Kilometer entfernt von mir. *schnief*
Er fehlt mir so schrecklich!

Vielleicht sollte ich ihn mal heimlich besuchen? Nein, nicht ausspionieren oder stalken. Nur mal gucken, wie es ihm geht. Ob alles in Ordnung ist.

Dabei hab ich ihm extra nicht hinterher gesehen, als er mich verlassen hat. Nein, ganz standhaft bin ich in der Wohnung geblieben. Zu schmerzhaft wäre es gewesen, zu sehen, wie er nach fast achteinhalb Jahren von dannen zieht. Für immer.

Schon in den letzten Wochen, als sich der Abschied ganz unerwartet angekündigt hat, blieben meine Blicke beim Vorbeigehen immer wieder trauererfüllt an ihm hängen. So wie mein Herz seit Jahren an ihm hängt. *seufz*

Ein Hin und Her zwischen Verdrängen und in Erinnerungen schwelgen. Was haben wir alles zusammen erlebt!
Durch die größten Matschgräben, aus denen ich uns nie wieder herauskommen sah, haben wir uns schweißgebadet gekämpft. Sumpfige Wiesen. Holprige Pisten, die selbst erfahrene Offroad-Liebhaber herausfordern. Kasseler Berge, die zwischenzeitlich unbezwingbar erschienen. Großeinkäufe im Möbelladen. Romantische Abstecher an den Strand und… ach, was haben wir alles zusammen erlebt.

Und nun alles vorbei. Aus und vorbei. Blitzeblank herausgeputzt wie sonst seltsamerweise fast nie stand er abfahrbereit an der Straße. Klein, kompakt und unglaublich süß – wie immer. Wie gern hätte ich mich ein letztes Mal zu ihm in ihn gesetzt, eine letzte Runde gedreht. Nochmal bei voller Radiolautstärke und offenem Fenster. Aber hätte es den Abschied wirklich einfacher gemacht?

Nie hätte ich gedacht, dass es wirklich so hart ist, seine erste große Autoliebe zu verlieren.
Da spendet auch der gleichfarbige Nachfolger keinen Trost.

My first auto-love

 

Huch, das war wohl mein Todesblick

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“Sie hat genau gesehen, dass du sie mit deinen Blicken brutal getötet hast,” ließ mich Großer Schatz am Tag nach unserer ersten Geburtsvorbereitungsstunde wissen.

Na und? Soll sie doch!
Ganz ehrlich, ich find die Hebamme absolut klasse. Gut gelaunt und superwitzig. Nur ihre Einstandsübung – für berufstätige Eltern wie wir, nach einem Zehn-Stunden-Arbeitstag – war alles andere als witzig. Nicht mal ansatzweise zum Schmunzeln geeignet. Stattdessen hätte ich lieber gleich die Flucht nach vorn bzw. nach draußen angetreten. Ernsthaft.
Acht schwangere Paare stehen sich im Kreis gegenüber und halten die Arme auf Schulterhöhe, so dass die eigenen Hände sachte aneinanderstoßen. Klingt erstmal harmlos. In Wirklichkeit ist es die Hölle. Nach zehn Minuten! Nein, das stimmt nicht ganz. Sie ist auch schon vor Ablauf der zehn Minuten eine reinste Qual.

Okay, ich geb zu, ich konnte die Uhr gar nicht sehen. Musste mich also auf meine innere Uhr verlassen. Die hingegen versicherte mir hoch und heilig, geschlagene 60 Minuten in dieser beknackten misslichen Lage gesteckt zu haben. Mein Bizeps protestierte sekündlich lauter und drohte sogar damit, mir die Oberarmenhaut zu sprengen. Jawohl!

“Ihr könnt alles tun, was ihr wollt, damit es für euch angenehmer wird – außer die Arme runternehmen”, schlug die Hebamme uns von Zeit zu Zeit vor und wiegte sich dabei selig lächelnd nach links und rechts.
Wie zu grimmigdreinblickenden Salzsäulen erstarrt, gaben alle regungslos ihr Bestes und hofften auf ein schnelles Ende dieser Endlosqual.
Nur ein einziger Teilnehmer, ein Mann, tat es der Hebamme gleich und schaukelte mit zufriedenem Gesichtsausdruck hin und her. Ohne seine Arme auch nur einen Zentimeter absacken zu lassen. Es war genau jener Mann, der mir am nächsten Tag erzählte, er – und auch die Hebamme – hätten meine Todesblicke ganz genau wahrgenommen…

Und ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ein siebenwöchiger Partner-Geburtsvorbereitungskurs könnte meinen Schatz langweilen.

19! Nur noch!

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“Jetzt gucken Sie nicht so!” Mein Chef und seine typisch hanseatische Direktheit.
Trotzdem stehe ich noch immer wie angewurzelt vor seinem großen Schreibtisch und starre mit festgemeißelter Miene an ihm vorbei, direkt auf den Wandkalender.

“Aber…aber…” So richtig viele Worte wollen sich in mir gerade nicht zusammenfinden. Viel zu tief sitzt der Schock. “Das geht alles so schnell”, jammer ich hilflos vor mich hin. “Das ist ja nur noch so wenig Zeit”, seufzt es als Nächstes aus mir heraus.

“Das haben Sie sich selbst eingebrockt. Von uns ist keiner schwanger geworden, um sich vor der Arbeit zu drücken”, kontert mein Lieblingsarbeitgeber schroff. Natürlich hat er recht. Mit dem ersten Satz. Den zweiten meint er ja gar nicht so, wie er ihn sagt. Kleine Humoreinlage.

“Trotzdem!”, entgegne ich und beginne erneut auf den Kalender zu starren. Vielleicht lassen sich ja doch noch ein paar Tage mehr rausglotzen. Wäre nicht schlecht. Aber nix da. Nur noch ganze 19 Arbeitstage. 19! Nur noch! Dann beginnt mein Mutterschutz. Auch nur, weil Chef aufgefallen ist, dass mir noch vier freie Tage zustehen. Die solle ich nicht verschenken.

Dabei habe ich doch noch sooo viel zu tun auf Arbeit, bevor ich mich vorübergehend verabschiede. Lange beiseite Geschobenes aufarbeiten. Meinen Elternzeitvertreter-Kollegen in alles (ich wiederhole: ALLES) ordentlich einarbeiten. Alte Mitschriften und Unterlagen für den persönlichen Gebrauch sortieren und abheften (was ich mir so seit zwei Jahren fest vornehme). Ein Ding der Unmöglichkeit. Schließlich fallen in die 19 Tage glatte zwei Wochen Urlaubsvertretung sowie drei Tage, an denen ich bei einem Kunden vor Ort arbeiten werde…

Schweren Herzens schlurfe ich nach diesem Gespräch zurück zu meinem Platz. Vergewissere mich an dem dort sichtbaren Wandkalender nochmal über die Lage der Dinge. Vielleicht haben wir ja doch noch einen oder sogar zwei Tage übersehen. Das wäre nicht schlimm, sondern hilfreich. Aber… wieder nix. Es bleibt bei 19.

Stattdessen beschließe ich, dass die fünf weiteren Tage, die mich rein formell von der Arbeit fernhalten würden und welche Chef gerade übersehen hat, lieber nicht erwähnt werden sollten. Denn was bleibt denn dann sonst noch?!? *seufz*

 

Anmerkung:
Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich in meiner arbeitsfreien Zeit mit mir und anderen anstellen könnte. Im Gegenteil. Tausend Dinge und mehr drängen sich da sofort auf die Wunschliste. Und ich freu mich schon riesig auf diese Zeit. Aber es ist auch so, dass mir meine Arbeit extrem viel Spaß macht.

Ging es den Müttern unter euch ähnlich oder genauso?
Das Gespräch ist übrigens schon einige Tage her und die Zeit hat seitdem nichts an ihrer Geschwindigkeit verloren :( .

Herr Trödelheini und Fräulein Glück

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noch mehr zu meinen Vorsätzen

“Dieses Mal schaffe ich es, ganz sicher!”, hatte ich mir am Donnerstag fest vorgenommen, endlich zum Schwangerschaftsfitnesskurs zu gehen. Wie schon seit Monaten. War es am Anfang die nicht vorhandene passende Bekleidung oder die plötzlich unerträgliche Müdigkeit, vereitelten zuletzt diverse terminliche Verpflichtungen den Plan. Und zu allerletzt – eine Woche davor – schlich sich ganz unbemerkt Herr Trödelheini in die Wohnung. Während ich ratzfatz die Sportsachen zusammenkramte, stellte er die Uhr einfach ein Stückchen zurück und… naja, so kam es dass ich zwar auf dem Weg zum Sportcenter war, aber nach einem Kilometer wieder umgedreht bin, denn wer will schon unter Stress in letzter Minute oder gar zu spät kommen?

Aber diese Woche wird alles anders. Jawohl! Nun gut, um mit dem Bus loszukommen, reichte die Zeit abermals nicht aus ;) . Dann eben zumindest kurz mit dem Auto bis zur S-Bahn und von dort weiter. Schließlich kenn ich die Parkplatzsituation bei dem mir neuen Center nicht. Einen Sportkurs abblasen zu müssen mangels freier Auto-Abstellfläche wäre mir nicht neu.
Doch bis dahin sollte es ohnehin noch ein Weilchen dauern – Opa im motorisierten Gefährt vor mir suchte ebenfalls einen Parkplatz am S-Bahnhof. Ohne Erfolg, dafür mit umso mehr Geduld  *nervösesfingergetrippel*.
Trotz intensiver Suche erlitt ich das selbe Schicksal, wenn auch mit völlig ausgeschöpftem Zeitkontingent. Also doch mit Auto bis in die City und dort auf mehr Glück hoffen…
Zwanzig Minuten später (könnten auch weniger gewesen sein) winkte mich dann Fräulein Glück auf den fast leeren Parkplatz des Sportcenters und ließ mich vor Freude beinahe platzen. Hach, tolles Gefühl!

Endlich wieder beim Sport! Pünktlich, sogar überpünktlich. Ja, viiiel zu früh. Denn was ich zum unzähligen Mal feststellen musste: In Hamburg nimmt man es nicht so genau mit Pünktlichkeit. Mindestens fünf oder zehn Minuten werden ohnehin noch gewartet auf alle, die später kommen… Selbst nach fast fünf Jahren kann ich mich daran noch nicht gewöhnen. Sonst wäre ich doch die Woche davor locker noch hingegangen!

Übrigens als kleine Anmerkung für meinen Sportvorsatz:
Als Ausgleich für den Patzer letzte Woche konnte ich Schweinehund zumindest überreden, mit mir zehn Minuten auf dem Stepper zu gehen (von laufen zu sprechen, wäre übertrieben). Eigentlich sollte das jetzt jeden zweiten Tag so sein, aber uneigentlich…