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Seltsames Knubbelgebilde

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ich: “Guck mal, was ich heute von der Frauenärztin mitgebracht habe. Erkennst du was?”

er (total aus dem Häuschen): “Oooaaah. Das ist ja… oooaaah… Das erkennt man ja richtig gut!”

ich erleichtert, dass zumindest ER auf Anhieb etwas sieht – im Gegensatz zu mir, als ich bei der Ärztin war

er: “Da nuckelt es gerade am Daumen. Und da – die kleine Knubbelnase.”

ich: “Nein, das nuckelt nicht am Daumen. Es hat die Hand zur Faust und die Faust ist hinter der Nase.”

er: “Quatsch. Guck doch: Da sind die beiden Augen, das ist die Nase und da nuckelt es.”

ich: “Das ist kein Auge, das ist der Mund! Und der ist eindeutig geschlossen.”

Um es kurz zu machen: Es hat ein ganzes Weilchen gedauert, bis sich großer Schatz überzeugen ließ und dann zum dritten Mal überglücklich und erstaunt zum begeisterten “Ooooaaaahh” ansetzte.
Junior meinte übrigens ein eindeutiges großes Gähnen erkennen zu können.

3D-Ultraschallbilder eben. Seltsame Knubbelgebilde manchmal.

19! Nur noch!

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“Jetzt gucken Sie nicht so!” Mein Chef und seine typisch hanseatische Direktheit.
Trotzdem stehe ich noch immer wie angewurzelt vor seinem großen Schreibtisch und starre mit festgemeißelter Miene an ihm vorbei, direkt auf den Wandkalender.

“Aber…aber…” So richtig viele Worte wollen sich in mir gerade nicht zusammenfinden. Viel zu tief sitzt der Schock. “Das geht alles so schnell”, jammer ich hilflos vor mich hin. “Das ist ja nur noch so wenig Zeit”, seufzt es als Nächstes aus mir heraus.

“Das haben Sie sich selbst eingebrockt. Von uns ist keiner schwanger geworden, um sich vor der Arbeit zu drücken”, kontert mein Lieblingsarbeitgeber schroff. Natürlich hat er recht. Mit dem ersten Satz. Den zweiten meint er ja gar nicht so, wie er ihn sagt. Kleine Humoreinlage.

“Trotzdem!”, entgegne ich und beginne erneut auf den Kalender zu starren. Vielleicht lassen sich ja doch noch ein paar Tage mehr rausglotzen. Wäre nicht schlecht. Aber nix da. Nur noch ganze 19 Arbeitstage. 19! Nur noch! Dann beginnt mein Mutterschutz. Auch nur, weil Chef aufgefallen ist, dass mir noch vier freie Tage zustehen. Die solle ich nicht verschenken.

Dabei habe ich doch noch sooo viel zu tun auf Arbeit, bevor ich mich vorübergehend verabschiede. Lange beiseite Geschobenes aufarbeiten. Meinen Elternzeitvertreter-Kollegen in alles (ich wiederhole: ALLES) ordentlich einarbeiten. Alte Mitschriften und Unterlagen für den persönlichen Gebrauch sortieren und abheften (was ich mir so seit zwei Jahren fest vornehme). Ein Ding der Unmöglichkeit. Schließlich fallen in die 19 Tage glatte zwei Wochen Urlaubsvertretung sowie drei Tage, an denen ich bei einem Kunden vor Ort arbeiten werde…

Schweren Herzens schlurfe ich nach diesem Gespräch zurück zu meinem Platz. Vergewissere mich an dem dort sichtbaren Wandkalender nochmal über die Lage der Dinge. Vielleicht haben wir ja doch noch einen oder sogar zwei Tage übersehen. Das wäre nicht schlimm, sondern hilfreich. Aber… wieder nix. Es bleibt bei 19.

Stattdessen beschließe ich, dass die fünf weiteren Tage, die mich rein formell von der Arbeit fernhalten würden und welche Chef gerade übersehen hat, lieber nicht erwähnt werden sollten. Denn was bleibt denn dann sonst noch?!? *seufz*

 

Anmerkung:
Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was ich in meiner arbeitsfreien Zeit mit mir und anderen anstellen könnte. Im Gegenteil. Tausend Dinge und mehr drängen sich da sofort auf die Wunschliste. Und ich freu mich schon riesig auf diese Zeit. Aber es ist auch so, dass mir meine Arbeit extrem viel Spaß macht.

Ging es den Müttern unter euch ähnlich oder genauso?
Das Gespräch ist übrigens schon einige Tage her und die Zeit hat seitdem nichts an ihrer Geschwindigkeit verloren :( .

Grober Mütter-Fauxpas

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“Jetzt passt das Geschenkpapier aber nicht zum Geschenk”, stellt Junior mit Blick auf das frisch verpackte Brettspiel klar. Wiiiiee? Das passt nicht? Ein StarWars-Spiel samt StarWars-Überraschungsei eingewickelt in tollstem StarWars-Geschenkpapier – was passt daran denn nicht? Ich verstehe das nicht und lasse mich aufklären:

“Es gibt auch ein Spiel mit Darth Maul, aber das, was wir gekauft haben, ist Podcar-Rennen.”
Wie konnte ich das bloß übersehen? Da standen wir gestern also im Spielzeugladen, auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für Juniors Freund. Sohnemann entscheidet sich nach eingiebiger Beschreibungsleserei dreier StarWars-Spiele plötzlich zielsicher fürs Podcar-Rennen. Mama freut sich, weil sie genau weiß, dass das passende Geschenkpapier zu Hause nur darauf wartet, wieder zum Einsatz zu kommen. Und dabei hätte mir doch bewusst sein müssen, dass auf dem Papier Darth Maul zu sehen ist. Pflichtbewusst wie Mütter sind, hätte ich Sohn umgehend darauf aufmerksam gemacht. Er hätte die Chance bekommen müssen, seine Entscheidung zu überdenken. Notfalls hätte es eine Geschenkpapier-Notlösung geben müssen. Aber so…? So passt das ja nun überhaupt gar nicht zusammen.

Da fällt mir gerade ein – auf dem Überraschungsei war Jar Jar Binks abgebildet. Ist der denn eigentlich schon mal Podcar gefahren?

Erinnerungslücke

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“Spreche ich mit Frau federfee?”, fragt mich vorhin eine männliche Stimme am anderen Ende der Handy-Verbindung. Erstmal möchte ich wissen, worum es geht. “Sie haben letztes Jahr im September bei einem Gewinnspiel teilgenommen. Für einen Audi oder eine Reise nach Dubai. Erinnern Sie sich?” Ehrlich gesagt, und ich bin ehrlich zu ihm, “Nein.”
“Das war am 14. September. Wissen Sie noch?” Immer noch “Nein.” Schließlich fülle ich schon seit Jahren keine dieser ach-so-gewinnbringenden Karten mehr aus.

Ich weiß gar nicht, warum es so bedeutend sein soll, ob ich mich an genau dieses Gewinnspiel erinnere oder nicht. Kommt doch sowieso jeden Moment die traurige Gewissheit, dass ich leider, leider nicht den Hauptpreis gewonnen habe. Mir netterweise jedoch zum Trost ein Zeitungsabo meiner Wahl geschenkt wird. Geschenkt, zu meinen Kosten, versteht sich.
Aber dieser Herr spannt mich noch etwas auf die Folter. Versucht meine verloren gegangene Erinnerung mittels Vorlesen meiner auf dem Teilnahmekärtchen eingetragenen Adresse wiederzufinden. “Moment mal”, muss ich ihn leider unterbrechen. “Das ist dann aber nicht letztes Jahr gewesen, sondern vor etwa zehn Jahren. Dort wohne ich schon seit neun Jahren nicht mehr!”

Ich glaub, jetzt wird ihm klar, warum ich mich nicht mehr an den besagten 14. September erinnern kann. Glaube ich. Er glaubt vielmehr etwas ganz anderes. “Da hat Ihnen wohl jemand einen Streich gespielt.” Ach ja. Ganz bestimmt. Und es ist sicher auszuschließen, dass es sich nicht um uralte Datenbanken handelt? Was wird denn jetzt nun aus meinem Auto? Oder der Dubai-Reise? (wobei ich dem Auto am wenigstens abgeneigt wäre)
Nix. Nicht mal Zeitschriften-Abo wird mir angeboten – so als Wiedergutmachung, für die offenbar irrtümliche Datenerfassung. Stattdessen eine Entschuldigung für die vertane Zeit.

Aber vielleicht hatte ich ja doch gewonnen? Womöglich ist die Auslosung nur ein wenig verschoben worden. Kam bestimmt etwas wirklich Wichtiges dazwischen. Kennt doch jeder. Wenn ich mir das recht überlege – ich glaub, ich weiß noch genau, was ich an all den 14. September’s gemacht habe, an denen ich noch ganz woanders gewohnt habe…

Kleine StoffSchwäche

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08_Nähmannsgarn

“Wir müssen nur mal kurz in den Nähladen”, bereite ich Sohnemann auf unseren erst Stopp beim kleinen Mama-Sohn-Samstagmittagbummel vor. “Geht auch ganz schnell. Ich will dort nur was fragen.”
Nur was fragen oder nur mal eben was kaufen – das wollten in meinem kleinen Lieblingsladen offensichtlich noch viele andere bei gestrigem Sonnenschein. Das Geschäft gerappelt voll, quetschen wir uns erstmal in den hinteren Gang. Wenn das sowieso noch ein Weilchen dauert, kann ich ja schnell mal Stoffe gucken. Und außerdem brauch ich noch etwas Schrägband. Mehr nicht für heute. Aber Stoffe gucken, gehört zum wunderbaren Pflichtprogramm.

“Oooh, guck mal, es gibt neue Muster in der Zuschnittkiste”, stelle ich überrascht fest. Das erste Mal seit einem Jahr! Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich gar keinen Stoff kaufen will. Aber nun – nun liegen dort neben den üblichen gestreiften, gepunkteten und geblümten Baumwollquadraten plötzlich kleine Wale, rote Elefanten, grüne Zebras und… hach, wie niiiiedlich. Jetzt, wo ich in den nächsten Tagen eine Wimpelkette für Baby nähen will. Passendes Material habe ich bereits alles zu Hause – in meiner Endlich-mal-aufbrauchen-Kiste. Aber nun… Nun kann ich wirklich nicht vorbei, ohne mindestens vier verschiedene Muster mitzunehmen. (Beim Kauf von vier Stücken lässt sich dreizig Prozent sparen.) “Aber wirklich nur vier”, ermahnt mich mein Gewissen. Dabei fällt die Auswahl dieses Mal extrem schwer.

Die Schlange an der Kasse verkürzt sich langsam. Wir sind an der Reihe. Die Verkäuferin klagt kurz ihr Leid über die unerwartet hohe Kundenschar um diese Zeit. Sie versucht mir bei meinem Problem – das mich eigentlich in den Laden geführt hat – bestmöglich zu beraten. Wir zahlen und gehen.
Gehen aus der Tür heraus – als plötzlich mein Blick auf den Reste-Korb vor dem Eingang fällt. Normalerweise ein Muss bei jedem Besuch. Auch wenn ich noch nie etwas Tolles dort herausgefunden habe. Wie heißt es so schön? Einmal ist immer das erste Mal?!

Eulenmuster!!! Meine Mutter liebt Eulen. Eine Tasche aus diesem Material wäre ein super Geschenk für Zwischendurch. Dumm nur, dass es zwei verschiedene Eulenmuster gibt. Weißer Hintergrund, schwarzer Hintergrund. Eine Entscheidung zwischen den beiden ist in diesem Fall unmöglich. Und zwei Taschen schaden irgendwie auch nicht. (Bleibt eine für mich :)   .) Und dann wären da noch die lila Apfelhälften, die ich im letzten Jahr schon bewundert habe. Keine Ahnung, was ich daraus machen werde, aber es wird sich schon was finden, oder? “So, jetzt nochmal kurz bezahlen, dann können wir weiter”, verspreche ich Junior, bevor mir im nächsten Moment einfällt, ich sollte vielleicht den gesamten Korb einmal durchsuchen. Wer weiß, was sich noch so darin finden lässt. Und siehe da – Taadaaaa: schöner, weicher Jersey mit Babymotiven. Hach, wie könnte ich den so achtlos liegen lassen…

Nun ja, das widerspricht zwar extrem meinem Vorsatz “erst vorhandene Materialien aufbrauchen – und neue nur kaufen, wenn eine konkrete Verwendung gesichert ist”. Aber “an manchen Dingen, lässt sich einfach nicht vorbeikommen”, erkläre ich der verdutzten Verkäuferin beim zweiten Bezahlvorgang.    

Dabei war ich im letzten Herbst so stolz auf mich, endlich der enormen IKEA-Verführung widerstehen zu können (was übrigens bei weiteren Besuchen dort erfolgreich angehalten hat) und nun bin ich der nächsten Schwäche verfallen. Seit einem Jahr. Egal, ich halte mich dann einfach an den Spruch: “Stärke heißt auch, zu seinen Schwächen zu stehen”. Genau!