Baupläne äußerst wortreich präsentiert zu bekommen – dieses Glück hatte ich einige Jahre beruflich bedingt regelmäßig. Leider bin ich noch nicht dahinter gestiegen, warum die Präsentatoren jedes mini-winzige Detail a) erwähnen und b) (viel schlimmer) mehrfach wiederholen müssen…
Juniors Schule bekommt eine Mensa und tollerweise noch ein neues Gebäude mit Klassenräumen. Alles neuester Standard. Tolles Konzept. Eltern und Lehrer bringen sich von Anfang an mit ein. Toll. Toll.
Als interessierte und nach Möglichkeit engagierte Eltern möchten wir uns das bei der Elternvollversammlung selbstverständlich gerne anhören. Die niemals enden wollende Direktoren-Rede… Wir haben es auch überstanden.
Hat er sich doch größte Mühe gegeben, alles genau zu erklären. Wo welcher Klassenraum ist. Welcher Jahrgang welche Türen benutzen wird (ja, so war es!) und welche Toiletten und freie Lernzonen welchem Jahrgang zuzuordnen sind. Alles wird genau geplant. Und ist genauso genau auf den Architekten-Umrissen zu erkennen. Etage für Etage.
Trotzdem grübele ich noch ein bisschen über die ernst gemeinte Frage eines Vaters:
“Kommen da auch Fenster rein? Zur Belüftung?”
Hat er wirklich nach Fenstern gefragt? Nicht etwa als Lichtquelle. Nein, zwecks Belüftung, bräuchte man doch Fenster, meint er besorgt. Also wirklich, da wird ein neuer Schulkomplex mit vielen pädagogisch sinnvollen Einzelheiten entstehen (Lehrerzimmer neben den Etagenaufgängen; freie Lernzone mit Teilverglasung) – und er fragt nach so etwas altmodischem wie Fenster in Klassenräumen? Wie old school ist das denn??? Mit digitalen Tafeln an den Wänden und Tablet-PCs vor der Nase brauchen Kinder doch keine Fenster mehr in Klassenräumen. Also, ernsthaft. Das mit der Belüftung lässt sich doch auch anders regeln.
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